Filmkritik: Der König der Löwen (2019)

Die ersten Töne von Der König der Löwen erklingen und man fühlt sich augenblicklich in die afrikanische Savanne, aber vor allem in die eigene Kindheit zurück versetzt. Ein Lied, das jeder kennt, das jeder mit Der König der Löwen verbindet: “Nants ingonyama bagithi Baba Sithi uhm ingonyama.” Es bedeutet in der afrikanischen Sprache Zulu so viel wie “Hier kommt der Löwe, Vater, oh ja, es ist ein Löwe.” Ein Lied mit einer einfachen Bedeutung aber einer umso größeren Wirkung. Zugegeben, den Text singt wohl jeder wie er möchte. In meiner Familie lauten die ersten Töne: “Aaaaaaah Svenjaaa…” Vermutlich, weil meine Schwester Svenja heißt. Im Kindesalter waren wir uns so sicher, dass der Song von ihr handelt. Das denkt meine Tochter übrigens nun auch. Aber egal welchen Text wir uns alle zusammenreimen, das Lied hat bei nahezu jedem den gleichen Effekt: Gänsehaut am ganzen Körper. Und man kann rein gar nichts gegen die unbändige Kraft der Musik unternehmen.

Seit dem 17. Juli 2019 läuft die computeranimierte Neuverfilmung von Disneys Der König der Löwen in den deutschen Kinos und in diesem Beitrag erfahrt ihr, warum es sich durchaus lohnt, ihn zu schauen.

DER KÖNIG DER LÖWEN © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
Musik, die in den Ohren bleibt

Der Soundtrack von Der König der Löwen (1994) war einer der erfolgreichsten und in meinen Augen bzw. Ohren schönsten Soundtracks aller Disney Meisterwerke. Sowohl die gigantische Filmmusik von Hans Zimmer als auch die Lieder von dem Erfolgsduo Elton John und Tim Rice hängen noch heute wie Kletten in meinen Ohren und wurden völlig zu Recht 1995 mit dem Oscar für die “Beste Filmmusik” und dem “Besten Filmsong” (Can You Feel the Love Tonight) ausgezeichnet. Welch ein Glück wurde das Niveau in der neuen Version von 2019 (zumindest in der Originalfassung) gehalten. Der Gesang von Beyoncé (Nala) und Donald Glover (Simba) hat mich von den Socken gehauen! Als der erste gemeinsame Ton von Can You Feel the Love Tonight (Kann es wirklich Liebe sein) ertönte, wusste ich nicht wohin mit mir. Ich hatte bezüglich des englischsprachigen Soundtracks sehr hohe Erwartungen aber mit dieser Perfektion habe ich nicht gerechnet! Ähnlich erging es mir bei Hakuna Matata. Schon damals mochte ich die Szene gern, aber sie hat mich nie gänzlich umgehauen. Bei dem Animationsfilm war es völlig anders: Sobald der Gesang des erwachsenen Simbas bei Hakuna Matata erklang, brachen bei mir völlig die Emotionen aus. Ich habe gestrahlt, geweint, gelacht… Ich war völlig überrascht. Nicht zuletzt wegen der sagenhaften Stimme von Donald Glover!

DER KÖNIG DER LÖWEN – Donald Glover und Simba. © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
DER KÖNIG DER LÖWEN – Nala und Beyoncé Knowles-Carter © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Ich muss jedoch an dieser Stelle meiner Lobeshymne auf musikalischer Ebene ein Ende bereiten: Der beste Bösewichtsong aller Zeiten, Seid bereit (Be Prepared) von Scar, wurde nämlich dermaßen verhunzt, dass mir leider wirklich die Worte dafür fehlen. Was im Original ein Gänsehautsong größter Güte ist, schafft es bei der Neuverfilmung nicht einmal zu einem “ganz netten” Song. Er wurde mit einer Länge von gerade mal zwei Minuten stark gekürzt, was im ersten Augenblick wirklich schade erscheint. Da Scar ihn diesmal jedoch eher mit einem trägen Sprechgesang performt, dem es völlig an Drama fehlt, war die Entscheidung ihn einzukürzen vermutlich gar nicht so verkehrt. Ebenso enttäuschend ist, dass er leider nicht einen der unfassbar lustigen, fast schon kultigen Dialoge zwischen Scar und den Hyänen enthält. Das war nichts, Disney! Völlig daneben! Deplatziert war im Übrigen auch Beyoncés neuer Song Spirit. Der Soundtrack strotzt nur so vor afrikanischen Klängen und wunderschöner und vor allem passender Musik. Da könnte ein derartiger Popsong kaum störender sein. Stattdessen hätte man getrost He lives in you von Der König der Löwen 2 (bin ich die Einzige, die findet, dass es ein furchtbar unterschätzter Disneysong ist?) oder aber Shadowland vom KDL-Musical einbinden können. Das hätte den Soundtrack rund gemacht.

“Ui toll, vergib mir, wenn ich vor Freude nicht in die Luft springe – ich hab’s im Kreuz, weißt du?” – Scar

Zeichentrick wird zum Leben erweckt

Neben dem (größtenteils) sagenhaften Soundtrack hat selbstverständlich wieder einmal die atemberaubende Animation überzeugt. Wenn man während des Films immer wieder denkt, man steckt inmitten einer Tierdokumentation und wenn man sich zwischenzeitig dabei erwischt, dass man sich wundert, warum Tiere reden können, dann ist es wieder einmal Zeit, seinen Hut vor Disney und einem weiteren Quantensprung der Animationskunst zu ziehen. Nichts weiter. Verbeugen und Hut ziehen! Bravo! Zudem hat man teilweise den Eindruck, als hätte man den Tieren eine Actionkamera umgebunden, was eine noch viel größere Nähe zum Film verleiht. Hallo, Sharina, aufwachen! Der Film ist komplett animiert. Da rennt kein Tier mit GoPro auf dem Kopf umher!

DER KÖNIG DER LÖWEN – Zazu und Simba © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
DER KÖNIG DER LÖWEN – Rafiki © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Erwachsen, realistisch, humorvoll

Die Umsetzung des aktuellen Der König der Löwen ist unglaublich erwachsen und sehr realistisch. Okay, in der realen Welt können Löwen nicht reden und auch Warzenschweine können ganz sicher nicht singen, aber darüber hinaus wurden unglaublich realistische Szenarien, Bewegungen und Reaktionen umgesetzt. Simba wird zum Beispiel nicht bei I just can’t wait to be king (Ich will jetzt gleich König sein) von kunterbunten Giraffen rumgeworfen, die Pop-Art-Nashörner bilden keine abgefahrenen Tanzformationen und auch Simba schwingt sich nicht bei Hakuna Matata mit einer Liane ins kühle Nass. Würde man vermutlich auch nicht all zu häufig in der Savanne sehen. Das macht den Film umso erwachsener, realistischer, eben wie eine Dokumentation – nur eben mit Gesang. Klingt das logisch? ;)

Auch sind Tiere im wahren Leben sicherlich nicht so humorvoll (obwohl, wer weiß? Schon mal Disneys Die Wüste lebt gesehen?) aber der Witz des Films ist dafür umso großartiger. Timon (Billy Eichner) und Pumbaa sind der Brüller! Vor allem Seth Rogen hat für Pumbaa eine hervorragende Synchronisation abgeliefert. Und auch Zazu (John Oliver), der eigentlich für seine steife und fast schon nervig erwachsene Art bekannt ist, sorgt für den ein oder anderen Lacher.

DER KÖNIG DER LÖWEN – Simba, Timon und Pumbaa © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
Emotionen? Mehr oder weniger!

Ich wurde emotional gecatcht. Immer und immer wieder! Aber in erster Linie lag es bei mir tatsächlich an der Musik, die durch Mark und Knochen geht. Ob es der Film auch ohne den Soundtrack geschafft hätte, mich emotional mitzureißen, kann ich nicht genau sagen. Fakt ist, dass ich bei Szenen gerührt war, die mich zuvor emotional nie abgeholt haben. Deshalb fällt es mir schwer, das Emotionschaos bei der Neuverfilmung richtig zu ergründen. Fest steht jedoch, dass ich seltsamerweise auch diesmal den Tod von Mufasa nicht so erschütternd finde, wie manch eine andere Szene. Scars Geständnis bezüglich des Mordes von Mufasa ist dennoch nach wie vor eines der übelsten und markerschütterndsten Zitate im Disney-Universum:

“Ich tötete Mufasa!” – Scar

Fazit

Ich persönlich bin ein großer Fan davon, bei Disneys Neuverfilmungen mit neuen Handlungssträngen, veränderten Charakteren oder neuen Twists überrascht zu werden. Ich finde es super, dass Jasmin in Aladdin (2019) ein noch viel selbstbewussterer und stärkerer Charakter ist als im Original. Oder dass Cinderella (2015) visuell völlig neu umgesetzt wurde. Solche Überraschungen fehlten völlig bei Der König der Löwen (2019), denn er wurde nahezu 1:1 vom Original übernommen. Ein Zeichentrick, der zum Leben erweckt wurde! Dennoch ist er gelungen, keine Frage. Er ist lustig, atemberaubend animiert und an vielen Stellen, vor allem auf Grund der Musik, sehr emotional. Jon Favreau, der bereits bei Iron Man, Iron Man 2 und The Jungle Book Regie geführt hat, hat auch bei Der König der Löwen (2019) in Sachen Regie und Produktion ein gutes Händchen bewiesen. Gut gebrüllt, Disney! Ich vergebe 3,5 Mickey Mäuse.

Was den Film übrigens noch interessanter macht, sind ein paar Sidefacts, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Wusstest du eigentlich, dass…
  • der Schauspieler James Earl Jones sowohl den Mufasa im Originalfilm von 1994 als auch im Animationsfilm von 2019 synchronisiert hat?
  • der Musiker Lebo M. ebenfalls in beiden Teil den afrikanischen Part von The Circle of Life eingesungen hat?
  • Donald Glover nicht nur Schauspieler ist, sondern ebenfalls als Rapper unter dem Namen Childish Gambino bekannt ist und bereits mit zwei Emmys und drei Grammys preisgekrönt wurde?
  • die deutsche Schauspielerin Florence Kasumba (Tatort, The First Avenger: Civil War, Black Panther, Avengers: Infinity War) die Hyäne Shenzi in der Version von 2019 sowohl im Englischen als auch im Deutschen synchronisiert hat?
Florence Kasumba als Shenzi © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Habt ihr den Film schon gesehen? Was haltet ihr von ihm? Wie findet ihr die Musik, die Animation und die sehr originalnahe Umsetzung? Schreibt es mir doch in die Kommentare.

Hakuna Matata, S.

Ein Dank geht an Frandly PR und Disney Deutschland für die Einladung zu den Pressevorführungen.

Filmkritik: A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Haltet euch fest, schnallt euch an oder lasst euch einfach nur fallen… denn es wartet ein rasanter Roadtrip auf euch, der wahnsinnige Charaktere, unschlagbare Gags und eine tiefgründige Story bereithält. Leute, ich bin hin und weg!

Die Erfolgsgeschichte der Pixar Animation Studios begann 1995 mit einer einfachen aber ebenso brillanten Idee: Was macht eigentlich unser geliebtes Spielzeug in Abwesenheit der Menschen? Mit Toy Story wurde ein Animationsfilm erschaffen, der mit Hilfe der einzigartigen Geschichte und der liebenswerten Charaktere sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen fesselt. Kein Wunder also, dass es die Fans waren, die nach Fortsetzungen schrien und dass Pixar dem Begehren der Fans folgte. Ganze neun Jahre mussten wir ausharren – zwei Jahre länger als ursprünglich geplant – bis der vierte und vorerst letzte Teil A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando seinen Weg in die Kinos fand. 

Die Story

Woody (Tom Hanks/Michael „Bully“ Herbig) und seine Freunde genießen die neuen Vorzüge in Bonnies Kinderzimmer. Sie sind wieder in den Mittelpunkt eines Kindes gerutscht und leben tagein tagaus das perfekte Leben eines Spielzeugs. Woodys höchste Priorität war es schon immer, für das Wohlergehen seines Kindes zu sorgen, ob für Andy oder Bonnie… Als eines Tages ein aus Müll, Resten und aus einem Göffel gebasteltes „Spielzeug“ namens Forky seinen Weg in Bonnies Kinderzimmer findet, aber dank einer ausgereiften Identitätskrise viel lieber wieder zurück in die Mülltonne möchte, fühlt Woody sich berufen, Forky vom Leben als Spielzeug zu überzeugen. Doch das ist nicht Woodys einzige Herausforderung. Auf einem Familien-Roadtrip wird er mit seiner größten Angst konfrontiert: Die Angst davor, kein Kind zu haben und ein verlorenes Spielzeug zu sein. Besonders das Wiedersehen mit Porzellinchen (Annie Potts/Alexandra Ludwigs), die in den vergangenen Jahren zu einem starken, selbstbestimmten Spielzeug geworden ist, spielt eine große Rolle bei seiner Angstbewältigung. Doch auch wenn die beiden ein Leben als Spielzeug vollkommen gegensätzlich betrachten, haben sie eines gemeinsam: Eine spannende Mission, die sie nur miteinander bestreiten können!

„Being there for a child is the most noble thing a toy can do“ – Woody, Toy Story 4

Um ehrlich zu sein, hatte ich große Angst das Regiedebüt von Josh Cooley zu schauen. Denn mit Toy Story 3 wurde die Messlatte bereits so hoch gesetzt, dass ich mir nicht hätte erträumen können, dass der vierte Teil auch nur ansatzweise dieses Level erreichen könnte. Doch die Angst wurde mir schon in den ersten Sekunden genommen. Ich wurde direkt in den Toy Story-Bann gezogen und bis zur letzten Minute nicht mehr losgelassen! Ich entwickelte plötzlich eine ganz andere Angst – die Angst davor, dass der Film endet. Denn das würde wiederum bedeuten, dass er wirklich endet! (Wie weise!) Und mit ihm, würde eine komplette Ära enden. Für immer und ewig. Panik! 

Wiederholungstäter: Ein Meisterwerk der Animation

Immer wenn man davon ausgeht, dass bereits der Höhepunkt der Animationskünste erreicht wurde, haut Pixar einen neuen Film raus, der alles toppt, was man bisher gesehen hat. A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando ist ein Meisterwerk der Animation! (Auch wenn der Titel echt nicht hätte sein müssen! Warum nicht einfach der Originaltitel Toy Story 4, hm?) Ich bin noch immer sprachlos, wie lebensecht und plastisch der vierte Streich der Toy Story-Reihe umgesetzt wurde. Vom animierten Wasser zu Beginn des Films, bis hin zur Beschaffenheit und Textur der einzelnen Figuren. Wow! Das macht es mir nun noch schwerer abzugrenzen, ob Spielzeug wirklich lebt oder ob es lediglich eine von Pixar ausgedachte Geschichte ist. ;)

Forky ©2019 Disney/Pixar

Emotionschaos pur!

Pixar schafft es zudem immer und immer wieder, tiefste Emotionen in einem zu wecken, ohne dass man auch nur irgendetwas dagegen unternehmen kann. Bei kaum einem Film muss ich so stark und wie auf Knopfdruck schluchzen wie bei COCO – Lebendiger als das Leben und bei Toy Story 3. Die Messlatte wurde sehr hoch gelegt. Aber eines steht fest, A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando reiht sich nun mit ein. Was für ein emotionaler, gar herzzerreißender Film! Das Ende toppt alles, was Pixar bisher geschaffen hat. Mein Toy Story-Herz ist beim vierten Streich der Reihe mit unendlich viel Glück, Freude und ganz tiefer Liebe, zeitgleich aber auch mit großer Trauer gefüllt. Tom Hanks hatte völlig recht damit, dass die Schlussszene „a moment in history“ ist. Dieses Finale schreibt wahrlich Filmgeschichte! Und auch Tim Allen beschreibt die komplette Story als unglaublich emotional. Mein Tipp: Dringend Taschentücher mitnehmen!

Das Emotionschaos hat mich durchgehend übermannt! Denn außer der emotionalen Szenen hat A Toy Story noch viel mehr zu bieten: Einen unschlagbaren Humor. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass A Toy Story (direkt gefolgt von Toy Story 3) der mit Abstand lustigste Teil der Filmreihe ist. Ein Gag ist besser als der andere. Trocken. On point. Für Pixar-Verhältnisse sogar recht derb. Genau wie ich es liebe! Kaum vorstellbar, dass ich neben all der Freudentränen und Tränen der “Trauer” mehrfach vor Schreck aufschreien musste. Was heißt Schreck? Man kann es fast schon Angst nennen! Die neuen Charaktere in allen Ehren, aber der Gruselfaktor der 50er-Jahre-Puppe Gabby Gabby und ihrer Bauchrednerpuppen-Kumpels „The Bensons“ macht mich fix und fertig. 

Charaktere zum Verlieben

Für Toy Story 4 haben der Regisseur Josh Cooley, der Drehbuchautor Andrew Stanton und co. kräftig in die Trickkiste gegriffen und unglaublich ausgefeilte Charaktere gezaubert. Was ist Porzellinchen bitte für ein wahnsinnig gelungener Charakter? Eine dermaßen selbstbewusste, starke, gar inspirierende Frau, die sich ohne Kind durchs Leben boxt und selbstbestimmter kaum sein könnte. Sie ist schon jetzt einer meiner Lieblingscharaktere für immer und immer und immer und ewig! Chapeaux, Pixar! Ich bevorzuge übrigens so sehr ihren originalen Namen „Bo Peep“, nicht zuletzt, weil einer meiner Spitznamen Bo ist. ;) Aber auch Duke Caboom (Keanu Reeves/Michi Beck), ein kanadischer Stuntman, der unaufhörlich sein Können zeigt, oder das Duo Ducky und Bunny, die eine wirklich bedenkliche Psyche haben, oder auch Forke, der der heimliche Star des Filmes ist, werden ganz sicher zu Favoriten des Ein oder Anderen avancieren. 

„Be who you are right now“ – Bo Peep, Toy Story 4

Bo Peep ©2019 Disney/Pixar

Und trotz der tiefen Liebe, die ich schon jetzt für A Toy Story hege, muss ich gestehen, dass ich mich dennoch unglaublich schwer damit tue, dass auf den Fußsohlen der Toys – allen voran Woody und Buzz (Tim Allen/Walt van Hauff) – nun „Bonnie“ und nicht mehr „Andy“ geschrieben steht. Autsch!  Den Stich in meinem Herzen spüre ich dauerhaft. Unaufhörlich. Aber Josh Cooley sagte in einem Interview, dass es zwar Woodys Ende mit Andy sei, aber dass jedes Ende auch ein neuer Beginn bedeute. Woodys Beginn mit einem neuen Kind, in einem neuen Kinderzimmer, mit neuem Spielzeug… Und zack, mir kommen direkt wieder die Tränen!

Buzz zu Woody: “Die Mission Andy ist beendet. […] Jetzt geht es nur noch darum, dass wir zusammen bleiben.“ – Toy Story 3

Fazit

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando ist ein Komplettpaket: Auf Grund der emotionalen Ebene, der tiefen und gänzlich neuen Story, der grandiosen Charaktere und vor allem der überragenden Animation ist er einer der besten Filme der gesamten Reihe. Einer der besten Pixarfilme überhaupt!

Und obwohl ich von Beginn an ein eingefleischter Toy Story-Fan bin, vertrete ich die Meinung, dass es keinen vierten Teil hätte geben müssen. Die Trilogie war stimmig, das Ende war besser als man es sich hätte vorstellen können. Dennoch möchte ich betonen, dass ich den vierten Teil keinesfalls mehr missen möchte. Ganz im Gegenteil: Ich würde ihm tatsächlich die volle Punktzahl geben. Aber da der dritte Teil ebenfalls ein toller Abschluss gewesen wäre, vergebe ich viereinhalb Mäuse für Pixars 21. Meisterwerk.

Toy Story 4 ©2019 Disney/Pixar

Ab 15. August 2019 kommt A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando endlich in die deutschen Kinos (aber nicht wundern: Er ist neben Toy Story und COCO der dritte Pixar-Film, der ohne Kurzfilm gespielt wird). A Toy Story ist ein Muss für jeden Toy Story-Fan, ein Muss für jeden Disney•Pixar-Fan, ein Muss für einfach jeden! Ab ins Kino und überzeuge dich selbst.

„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.“ – Captain Buzz Lightyear, Toy Story

Wo sind die Toy Story-Fans unter euch? Freut ihr euch auf den vierten Teil? Wie fandet ihr ihn? Lasst es mich liebend gern in den Kommentaren wissen.

Tipps & Tricks: Wie du im Disneyland Paris Zeit sparen kannst!

Manch einer hat die Möglichkeit, das Disneyland Paris mit all seinen magischen Ecken und zauberhaften Attraktionen und Shows über mehrere Tage erleben zu dürfen. Andere wiederum, und das ist vermutlich der Großteil aller Besucher, haben lediglich ein Zeitfenster von ein bis zwei Tagen, um in den Genuss dieser magischen Welt zu kommen. Keine Frage, dass Zeit in diesem Fall das kostbarste Gut ist. Um die begrenzte Zeit, die man hat, bestmöglich nutzen zu können, habe ich 8 Tipps und Tricks parat, die dem Ein oder Anderen durchaus helfen könnten.

Man hat sowohl bereits im Voraus bei der Reiseplanung die Möglichkeit zeitsparend vorzugehen, als auch direkt vor Ort in den Parks.

Die nachfolgenden zwei Tipps solltest du bereits während der Reiseplanung berücksichtigen.

1. Hauptsaison vermeiden

Das Disneyland Paris ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Wow! Pure Magie an jedem einzelnen Tag des Jahres. Dennoch gibt es ein paar Tipps, wie du durch die Wahl des Zeitraums deiner Reise massig Zeit in den Parks sparen kannst.

Nach Angaben des Disneylands Paris sind die Parks zwischen Mitte Januar und Mitte Mai am wenigsten besucht. Der Vorteil daran ist, dass die Wartezeiten bei weniger Besuchern natürlich entsprechend kürzer sind.

Wer jedoch lieber in den Sommermonaten oder an Wochenenden ins Disneyland Paris geht, kann immerhin von längeren Öffnungszeiten profitieren. Diese variieren nämlich je nach Jahreszeit und Wochentag. Natürlich bieten die längeren Öffnungszeiten die Möglichkeit, länger die Parkangebote nutzen zu können. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass auch der Besucherandrang größer ist und die Warteschlangen entsprechend länger sind.

Die Besucherzahlen sind ganzjährig zur Mitte der Woche (dienstags bis donnerstags) am Geringsten. Insofern bietet es sich besonders an, das Disneyland Paris unter der Woche zu besuchen. Ganz besonders wichtig ist es jedoch zu beachten, wann die Schulferien der Franzosen sind. Denn während der französischen Schulferien sind die Parks sowohl an Wochenenden als auch an den Wochentagen extrem voll.

Plane deine Reise also unter der Woche zwischen Mitte Januar und Mitte Mai und du dürftest, was die Wartezeiten betrifft, auf der sicheren Seite sein.

Frühling im ©Disneyland Paris

2. Zauberhafte Extrazeit

Wenn du zu den glücklichen Parkbesuchern zählst, die ein Zimmer in einem der Disney Hotels gebucht haben (Halleluja), dann hast du die Möglichkeit, die Zauberhafte Extrazeit zu nutzen. Das bedeutet, dass du bereits bis zu zwei Stunden vor der offiziellen Parköffnung in die Disney Parks gehen darfst (und nochmals ein kräftiges Halleluja). Die Zauberhafte Extrazeit dient vor allem dazu, Mickey und seine Freunde zu treffen, um schöne Erinnerungsfotos zu machen. Außerdem erhält man bereits vor den offiziellen Öffnungszeiten Zutritt zu ausgewählten Attraktionen der Parks, damit man schon vor allen anderen Gästen exklusiv einige Runden drehen kann. 

Alles, was nötig ist, um in den Genuss der zusätzlichen Stunden Disneyzauber zu kommen, ist, sich einen Aufenthalt in einem der Disney Hotels zu gönnen. Es ist nicht gerade die günstigste Variante um Zeit zu sparen, sie ist aber definitiv eine Überlegung wert. Denn wer hat nicht schon mit dem Gedanken gespielt, in einem der zauberhaften Disney Hotels abzusteigen?

Disney’s Hotel Newport Bay Club ©Disneyland Paris
Disney’s Hotel Cheyenne ©Disneyland Paris

Während des Aufenthalts im Disneyland Paris gibt es weitere Möglichkeiten, um unnötiges Warten und Anstehen zu umgehen. Die nachfolgenden Tipps kannst du vor Ort berücksichtigen.

3. Disneyland Paris App

Die Disneyland App ist unglaublich hilfreich, um immer und überall einen Überblick darüber zu haben, wie lang die Wartezeiten der einzelnen Fahrgeschäfte im Disneyland Park und in den Walt Disney Studios sind. Die Wartezeiten der meisten Attraktionen ändern sich im Laufe des Tages immer mal wieder, weshalb es Sinn macht, sie regelmäßig im Blick zu behalten. Das Resultat ist natürlich, dass man kreuz und quer und keinesfalls logisch strukturiert durch die Parks rennen muss, um die kurzen Wartezeiten „abzugreifen“. Aber letztendlich spart man dadurch unglaublich viel Zeit. Und man tut zeitgleich etwas für seine Figur. ;) Ich habe es schon fertig gebracht, ganze 24 km an einem Tag in beiden Parks zurückzulegen.

Die App bietet zudem einen Überblick, wo und wann die Shows, die Meet ’n‘ Greets mit deinen Lieblingen und die Paraden stattfinden, was sich ebenfalls als hilfreich für die Tagesplanung erweisen kann. Du kannst dir die Disneyland App hier herunterladen.

Disneyland Paris App

4. Single Rider

Ein weiterer Service, den das Disneyland Paris anbietet, ist das Single Rider-System. Der Service wendet sich an Parkgäste, die bereit sind, ausgewählte Attraktionen nicht mit den Begleitern gemeinsam zu fahren. Neben dem regulären Eingang, gibt es einen weiteren Eingang, der für solche Single Rider vorgesehen ist. Man kann sich selbstverständlich mit seiner Gruppe gemeinsam anstellen, man wird dann jedoch einzeln einem Wagen bzw. Sitzplatz zugeordnet. Man dient dann quasi als „Lückenfüller“, damit möglichst keine Wagen leer fahren.

Bei folgenden Attraktionen wird der Single Rider-Service angeboten:

DISNEYLAND PARK

  • Star Wars: Hyperspace Mountain

WALT DISNEY STUDIOS PARK

  • RC Racer
  • Toy Soldiers Parachute Drop
  • Crush’s Coaster
  • Ratatouille: The Adventure

Es kam schon vor, dass ich bei Ratatouille: The Adventure in der Single Rider-Warteschlange lediglich zwei Minuten anstand und so die reguläre Wartezeit von (zu diesem Zeitpunkt) 50 Minuten umgehen konnte. Und dafür nehme ich gern in Kauf auch mal allein, getrennt von meiner Begleitung zu fahren. Bei einigen Attraktionen lohnt sich das Angebot enorm.

5. FASTPASS – Die kostenfreie Variante

Das Disneyland Paris bietet bei einigen Attraktionen einen besonderen Service an, um lange Warteschlangen zu umgehen. Das FASTPASS-System kann ohne zusätzliche Kosten von jedem Parkbesucher genutzt werden. Direkt bei den teilnehmenden Fahrgeschäften befindet sich ein ausgewiesener Bereich, bei dem du deinen FASTPASS ziehen kannst. Dafür hältst du deine Eintrittskarte an den FASTPASS-Automaten, woraufhin dein FASTPASS ausgeworfen wird. Auf dem Ticket ist ein Zeitfenster von einer halben Stunde vermerkt, in welchem du zur Attraktion zurückkehren kannst. Du musst dich dann nicht bei der regulären Warteschlange anstellen, sondern kannst mit deinem Ticket den FASTPASS-Eingang nutzen. Dort beträgt die Wartezeit nicht länger als ein paar Minuten. In der Zwischenzeit (zwischen Ausgabe und Einlösung des Tickets) kann man wunderbar mit Hilfe der Disneyland App andere Angebote der Parks nutzen. Wir wollen doch keine freie Zeit ungenutzt lassen!

Aber bitte beachte: Es kann pro Person nur ein FASTPASS gezogen werden. Ein weiteres Ticket kann erst ausgegeben werden, nachdem das erste benutzt wurde oder zwei Stunden nach Ausgabe des ersten Tickets.

Nicht jede Attraktion bietet diesen Service an. Die entsprechenden Attraktionen sind sowohl im Parkplan als auch in der App gekennzeichnet. Für nachfolgende Fahrgeschäfte kann man aktuell einen FASTPASS ziehen:

DISNEYLAND PARK 

  • Big Thunder Mountain
  • Indianer Jones and the Temple of Peril
  • Peter Pan’s Flight
  • Buzz Lightyear Laser Blast
  • Star Tours
  • Star Wars: Hyperspace Mountain

WALT DISNEY STUDIOS PARK 

  • Rock’n’Roller Coaster starring Aerosmith
  • The Twilight Zone Tower of Terror
  • Ratatouille: Das Abenteuer
FASTPASS- und Single Rider-System ©Disneyland Paris


6. FASTPASS – Die kostenpflichtige Variante

Zusätzlich zu der kostenfreien Variante des FASTPASS-Systems, kann man nun zwei weitere Varianten käuflich erwerben. Der Super FASTPASS und der Ultimate FASTPASS unterscheiden sich wie folgt:

Kostenpflichtige FASTPASS-Optionen ©Disneyland Paris

Zugegeben, so richtig günstig sind die FASTPASS-Optionen nicht. Aber es kann ja durchaus mal vorkommen, dass man sich so richtig was gönnen möchte. Wobei ich persönlich stattdessen wohl eher einen weiteren Tag in den Parks einplanen würde.

Die Tickets werden vor Ort an den Eingängen zu den Disney Parks, in den Disney Hotels, in der City Hall im Disneyland Park und bei den Studio Services im Walt Disney Studios Park verkauft. Man kann sie ebenfalls online auf der Website des Disneylands Paris bis zu zwei Tage vor dem Besuch erwerben. Die täglich verfügbare Anzahl der FASTPASS-Optionen ist begrenzt, weshalb es sinnvoll wäre, die Tickets bereits im Voraus zu erwerben.

Da einige Optionen nur für bestimmte Attraktionen gelten, solltest du dich vorher auf jeden Fall auf der Website nach eventuellen Schließungen von Attraktionen informieren.

Übrigens: Inhaber der Infinity und Magic Plus Jahreskarte erhalten eine spezielle Ermäßigung auf die FASTPASS-Tickets. Die Höhe der Ermäßigung kann telefonisch erfragt werden.

7. Paraden und Shows

Überlege dir gut, welche Shows und Paraden du dir anschauen möchtest. Informiere dich am Besten bereits im Voraus, was dich dort jeweils erwartet, damit du entscheiden kannst, welche du in deiner Tagesplanung berücksichtigen möchtest. Denn es macht durchaus Sinn die Zeit der Paraden und der Shows zu nutzen, um deine Lieblingsattraktionen zu fahren. Eine Großzahl der Besucher schaut sich nämlich genau diese an, weshalb die Attraktionen währenddessen weniger besucht sind.

Parade “Stars on Parade” ©dein-dlrp.de
Show “Mickey & the Magician ©Disneyland Paris

8. Stoßzeiten vermeiden

Vormittags ist der Park nicht so gut besucht wie nachmittags. Es bietet sich also an, besonders vormittags die Attraktionen zu fahren, die auf deiner To-Do-Liste stehen. Abends hat man dann auch wieder die Chance auf kurze Wartezeiten. Ich habe beispielsweise im Mai um 21:30 Uhr lediglich 15 Minuten für Big Thunder Mountain angestanden. Eine absolute Rekordzeit für eine der beliebtesten Attraktionen der beiden Parks.

Man sollte es ebenfalls vermeiden, sich im Park zur Mittagszeit und abends für Essen anzustellen. Die Wartezeit kann nämlich selbst in den Restaurants ewig sein. Vormittags und nachmittags bietet es sich eher an, in den Parks essen zu gehen. Wenn du dennoch direkt zur Mittagszeit oder eben abends essen gehen möchtest, gibt es zahlreiche gute Alternativen im Disney Village (u. a. FiveGuys, Vapiano, Earl Of Sandwich, Starbucks, McDonald’s etc.). Einfach für einen kurzen Abstecher den Park bzw. die Studios verlassen, kurz zum Disney Village rüberlaufen, etwas futtern und direkt wieder zurück in einen der Parks gehen. Es wäre doch schade, wenn man zu viel Zeit beim Anstehen für das Essen verschwendet. Nicht falsch verstehen, ich LIEBE essen, aber Disney liebe ich noch viel mehr. ;)

Und noch ein kleiner Tipp: Nehme dir doch etwas Essen und Getränke mit in das Disneyland Paris. Während man bei den Attraktionen ansteht, lässt es sich besonders gut snacken. Und man verschwendet nicht unnötig Zeit.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir…

…deinen nächsten Tripp ins Disneyland Paris besonders zeitsparend zu planen, ganz viele Attraktionen fahren zu können und unglaublich viele Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen!

Bitte lass mich doch in den Kommentaren wissen, ob der Artikel hilfreich für dich ist. Vielleicht hast du sogar auch ein paar Tipps parat? Dann gern her damit. :)

Liebst, S.

Musical: Mary Poppins


Als vorzeitiges Muttertagsgeschenk durfte ich dank Stage Entertainment und The Walt Disney Company Germany meine Mama zum Musical Mary Poppins ausführen. Ich war bereits zum zweiten Mal da und wurde erneut in den Bann des berühmtesten Kindermädchens der Welt gezogen. Warum das Musical ein absolutes Muss für jeden Disney-Fan und für jeden, der gern unterhalten und verzaubert wird, ist, berichte ich euch in diesem Artikel.

Eines schon mal vorweg: Vor einem Jahr hat mich bereits meine Schwester zu Mary Poppins begleitet. Sowohl sie, als auch meine Mama lieben Disney, haben aber keinen Bezug zu Mary Poppins (so etwas soll es tatsächlich geben). Beide sind auch allgemein nicht besonders von Musicals angetan (diese Banausen). Ganz tolle Kombination und vor allem die beste Begleitung, wenn man zum Mary Poppins Musical geht… nicht! Aber wisst ihr was? Ihr hättet das Glänzen in den Augen meiner Schwester und meiner Mama sehen sollen, als sich die Bühnenvorhänge nach einer ca. dreistündigen Show wieder schlossen. Sie strahlten und waren genau so voller Endorphine wie ich und vermutlich jeder andere Zuschauer im Stage Theater. Jemanden zu überzeugen, der keinerlei Interesse an der Geschichte hat, spricht eindeutig für sich und vor allem aber für das Musical. Es könnte durchaus auch erklären, warum das Musical bis heute weltweit über 12 Millionen Zuschauer in seinen Bann gezogen hat.

„Du kannst den Mund ruhig zumachen, Du bist kein Karpfen“ – Mary Poppins

Vom Londoner West End zum New Yorker Broadway

Das international ausgezeichnete Musical von Disney und Cameron Mackintosh, einem britischen Theater- und Musicalproduzenten, feierte seine Premiere bereits am 15. Dezember 2004 im Prince Edward Theater in London, wo es bis 2008 aufgeführt wurde. Das Musical schaffte es zudem von 2006 bis 2013 auf den New Yorker Broadway und wurde außerdem in Den Haag, Wien und Stuttgart aufgeführt. Seit dem 25. Februar 2018 ist es im Stage Theater an der Elbe in Deutschlands Musicalhauptstadt Hamburg beheimatet.

Foto: © Stage Entertainment

Ein Gerüst aus Film und Büchern

Wie immer bei Musicals aus dem Hause Disney wurden einige Inhalte abgeändert. Manch einen mag es irritieren, andere wünschen sich möglicherweise sogar, dass die Musicals identisch zur Filmvorlage umgesetzt werden. Aber diese Änderungen haben sowohl bei Disneys Musicals als auch bei den Realverfilmungen einen guten Grund. Wo bliebe denn der Überraschungseffekt, wenn wir genau wüssten, was auf uns zukäme? Ich persönlich finde es wundervoll, immer wieder auf’s Neue verzaubert zu werden. Eben auch dank dieser kleinen Änderungen. Beim Musical Mary Poppins gibt es allerdings einen weiteren Grund, weshalb es nicht eins zu eins dem Filmklassiker von 1964 entspricht. Dieser galt nämlich nicht ausschließlich als Grundlage für das Musical. Man orientierte sich inhaltlich sowohl an dem fünffach oscarprämierten Film, als vor allem auch an den Mary-Poppins-Romanen von Pamela Lynwood Travers. So sind beispielsweise die Kinder im Musical ungehorsamer und Mary Poppins strenger als im Film, angelehnt an den Figuren in den Büchern. Aber auch ganze Szenen aus den Romane der Autorin wurden im Musical umgesetzt. Doch ich kann euch beruhigen, der Mix aus Film und Büchern ist fantastisch. Sehr passend, toll durchdacht und wie gewohnt absolut zauberhaft. Und noch viel wichtiger: Die zeitlosen Songs des Erfolgsduos Richard M. Sherman und Robert B. Sherman, wie „Chim Chim Cheree“, „Schritt und Tritt“ und „Wenn ein Löffelchen voll Zucker“, stehen selbstverständlich auch beim Musical des Filmklassikers im Mittelpunkt.

Ein Genuss für alle Sinne

Ganz unabhängig von den grandios ausgearbeiteten Akten, Szenen und Figuren, hält das Bühnenbild den nächsten Aha-Effekt bereit. Wenn in der Gesprächsstoffhandlung Wörter gekauft werden, Schornsteinfeger auf den Dächern steppen und ganze Einrichtungsgegenstände aus einem Koffer gezaubert werden, dann erfahren Bühnen- und Kostümbild eine gigantische Herausforderung. Eine Herausforderung, die exzellent gemeistert wurde. Was ist das bitte für ein hervorragend ausgeklügeltes Haus der Familie Banks? Es erinnert an ein altes Puppenhaus, das man beliebig drehen und auf- und zuklappen kann. Schon allein der Anblick der Kulisse macht riesigen Spaß. Die Bühnenbilder, die Effekte und der Mix aus tristen aber auch kunterbunten Farben verschiedenster Szenen überwältigen den Zuschauer bis zur letzten Minute. Die Kostüme der Darsteller perfektionieren den Anblick. Ein reinster Augenschmaus!

Foto: © Stage Entertainment

Meine liebste Szene…

…ist natürlich Supercalifragilisticexpialigetisch! Wie sollte es auch anders sein!? Aber aus sehr gutem Grund! Die Szene rund um das Fantasiewort begann schwach, steigerte sich enorm und endete grandios. Grinsen, Strahlen, Standing Ovations! Was war ich sprachlos. Ich konnte meine Tränen vor Freude kaum zurückhalten. Ja, ich weiß, ich weine sehr viel was das Thema Disney anbelangt aber glaubt mir, in diesem Fall war es mehr als berechtigt. Die Darsteller haben mich mit der unfassbaren Choreografie und der Gesangsperformance umgehauen. Das muss man gesehen haben! Chapeau an Elisabeth Hubert (Mary Poppins), David Boyd (Bert) und vor allem an die Kinderstars. Und scheinbar war nicht nur ich dieser Meinung. Das gesamte Publikum stand Kopf!

„Kopfunter… das bedeutet, meine ganze Welt geht flippediflopp wie Schildkröte auf Rücken und ich verwechsele oben mit unten, Osten mit Westen und meinen Kopsi mit meinem Popsi.“ – Cousine Topsy, Mary Poppins’ Rückkehr

Foto: © Stage Entertainment

Ein supercalifragilisticexpialigetisches Fazit

Auch beim zweiten Besuch war ich wieder sprachlos! Von Marys erstem Auftritt auf der Bühne bis zu ihrem Abgang (der übrigens gigantisch ist und mich beide Male zum Weinen gebracht hat) war ich begeistert von den schauspielerischen und gesanglichen Leistungen der Darsteller, hin und weg von den Choreografien und verzaubert von den kreativen Bühnenbildern und Kostümen. Über Freudentränen bei Supercalifragilisticexpialigetisch bis hin zum emotionalen Heulen bei der Vogelfrau und dem Drachensteigen in einer der Schlussszenen, kullerte die ein oder andere Träne über meine zugleich strahlenden Wangen. Mary Poppins kommt bei mir direkt und nur ganz knapp hinter dem Musical-Klassiker und Dauerbrenner Der König der Löwen – und das hat definitiv etwas zu heißen…

“Practically perfect in every way.” – Mary Poppins

Schnappt euch eure Mamis, verbringt einen tollen Tag in der noch tolleren Hansestadt Hamburg (mein Tipp: Tretbootfahren auf der Alster) und führt sie zu Disneys Musical Mary Poppins aus. Der Muttertag steht schließlich vor der Tür! Und ein weiterer kleiner Reminder: Das Musical läuft nur noch bis zum 18. August 2019 in Hamburg. Ich verspreche euch, ihr werdet es keinesfalls bereuen.

Und jetzt bin ich auf eure Rückmeldungen gespannt! Wer von euch ist denn schon in den Genuss des zauberhaften Musicals gekommen und welche Meinungen habt ihr? Oder habt ihr vielleicht noch vor hinzugehen? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Liebst, S.

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Ihr wünscht noch mehr Input zu Mary Poppins und Co.? Dann ab zu meinen nachfolgenden Blogbeiträgen: „Filmkritik: Mary Poppins’ Rückkehr“ und „Filmtipp: Saving Mr. Banks“.

Hinweis: Die Tickets für das Musical „Mary Poppins“ wurden mir von Stage Entertainment und The Walt Disney Company Germany zur Verfügung gestellt. Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle! Die in diesem Artikel geäußerten Eindrücke stammen dennoch vollständig von mir.

Das LEGO Ideas Set “Steamboat Willie”

Wer glaubt, Mickeys Geburtstag sei vorüber, hat sich gewaltig geirrt. Mickeys 90ster wird noch immer gebührend gefeiert. LEGO ließ es sich nicht nehmen, Mickey und seinen ikonischen ersten Auftritt mit einem einzigartigen Set zu ehren. Mit dem LEGO Ideas Set „Steamboat Willie“ hat LEGO eine ganz eigene Version der S. S. Willie gezaubert, die kaum hätte schöner und detailverliebter sein können.

Mickeys Geburtsstunde war der Schwarz-Weiß-Kurzfilm „Steamboat Willie“. Der erste vertonte, öffentlich aufgeführte Zeichentrickfilm aus der Feder Walt Disneys und Ub Iwerks feierte am 18. November 1928 sein Debüt auf den Leinwänden. Ein Debüt, das vermutlich einen jeden von uns nachhaltig prägen sollte. 


Ich zähle bereits zu den glücklichen Besitzern des Sets „Das Disney Schloss“ (Artikel 71040), das aus sage und schreibe 4.080 Teilen besteht und eine stattlichen Höhe von 74 cm aufweist. Und was soll ich sagen? Ich hätte kaum glücklicher sein können, als ich es zu meinem 30. Geburtstag geschenkt bekommen habe. LEGO und Disney ist eine zauberhafte Kombination, sowohl für Jung als auch für Alt. Als LEGO- und Disney-Liebhaber habe ich den Release des neuen Disney-Sets „Steamboat Willie“ kaum erwarten können und bin LEGO unglaublich dankbar, ein Rezensionsexemplar erhalten zu haben, um es euch vorstellen zu können.

„Man ist nie zu alt, um jung zu sein.“ – Schneewittchen

Entstehung des Sets

Das „Steamboat Willie“-Set haben wir nicht einzig und allein LEGO zu verdanken. Die Idee zu Steamboat Willie stammt von dem ungarischen Disney- und LEGO-Fan Máté Szabó. Er hat bereits 2016 seinen Entwurf bei LEGO Ideas eingereicht. LEGO Ideas bietet LEGO-Liebhabern die Möglichkeit, eigene Kreationen hochzuladen und über diese per Voting abstimmen zu lassen. Das Design von Máté hat überzeugt! Mehr als 10.000 Stimmen für Mátés Idee waren für LEGO durchaus genug, das Set „Steamboat Willie“ zu realisieren. LEGO hat sich vorbehalten, mit insgesamt 751 Teilen eine größere Version zu kreieren, aber der Grundgedanke Mátés ist bestehen geblieben.

S. S. Willie von Máté Szabòs

Mit Liebe zum Detail 

Im Vergleich zu dem Disney Schloss sind die Maße des Steamboat Willie natürlich verhältnismäßig klein (15 cm hoch, 26 cm lang und 14 cm breit). Jedoch lebt das Set nicht von seiner Größe, sondern von den liebevollen Details. Schon die Gegenüberstellung der S. S. Willie aus dem Kurzfilm von 1928 und der Kreation von LEGO lässt erahnen, wie detailverliebt sowohl Máté Szabó also auch LEGO sein müssen.

S. S. Willie von 1928
S. S. Willie von LEGO

Neben der rein optischen Übereinstimmung des Dampfers, wurden ebenfalls einzelne Elemente des Schwarz-Weiß-Cartoons im LEGO-Set berücksichtigt. 

An der Seite von Mickey Mouse mit seinem Hütchen auf dem Kopf darf selbstverständlich Minnie Mouse nicht fehlen. Ebenfalls mit Hut und Blume, trägt sie außerdem einen Rock, verziert mit silbernen Punkten. Selbst Minnies Gitarre wurde von LEGO bedacht und auch diese hat silberne Details.

Um auch die Ziege und das von ihr „gespielte“ amerikanische Volkslied „Turkey in the Straw“ unterzubringen, hat sich LEGO ein besonders gelungenes Detail überlegt. Die Noten des Liedes wurden auf einer Art Notenblatt aus LEGO gedruckt. Und damit auch die Ziege ihren Platz findet, wurde sie kurzerhand ebenfalls auf dem besagten Notenblatt platziert. 

Der freche Papagei hat seinen Platz auf dem Bug des Schiffes gefunden und auch der Eimer, mit welchem Mickey dem Papageien Wasser überschüttet, wurde nicht vergessen. Selbst der Topf und die Pfanne, die Mickey in dem Kurzfilm zum Musizieren verwendet, hängen an der Außenwand der Brücke.

Die Szene am Ende des Films, bei der Mickey zum Kartoffelschälen verdonnert wurde, wurde ebenfalls berücksichtigt. Auf dem Dampfer befindet sich eine Kartoffelkiste mit der Aufschrift „Potato Bin“ – so simpel aber doch so ausdrucksstark.

Einer der Gründe, warum sich Disney von der Konkurrenz abhebt, ist die ausgeprägte Liebe zum Detail. Erst sie macht Disney so einzigartig und die Filme und Serien so unvergleichlich lustig und emotional. Und genau diese Detailverliebtheit hat LEGO mit dem neuen Set erfolgreich umgesetzt.

Um die Details des LEGO-Sets mit dem Original vergleichen zu können, erhaltet ihr hier noch mal einen Einblick in den Klassiker „Steamboat Willie“ von 1928:


Ein Set für Tüftler

Die Altersempfehlung von LEGO liegt bei mindestens 10 Jahren. Finde ich absolut berechtigt. Ich liebe bauen, tüfteln, basteln und sämtliche Fingerfertigkeiten, deshalb habe ich es auch ganz gut hinbekommen. Aber ich muss zugeben, dass ich zwei bis dreimal daneben lag und einzelne Kleinigkeiten doch noch mal auseinander nehmen und wieder zusammensetzen musste. Mein Respekt geht an die Kinder, die es ganz alleine hinbekommen. 

„Der richtige Weg ist nun mal nicht immer der einfachste Weg.” – Pocahontas

Zahnräder, die ineinandergreifen. Mechanismen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Reifen, die das Schiff förmlich gleiten lassen. Dampfrohre, die sich auf und ab bewegen. Ein Kran, den man bedienen kann. Alles in Allem ein absolut ausgeklügeltes System! Da sollte man die Anleitung ganz genau befolgen, um die Fehler(chen), die ich gemacht habe zu vermeiden.

“Dummer alter Bär” – Winnie Puuh

Fazit

In meinen Augen hat LEGO ein wundervolles, nostalgisches Set zu Ehren des Filmklassikers „Steamboat Willie“ und vor allem aber zu Ehren von Mickey Mouse erschaffen. Ich liebe es! Das Design, das komplette System, die Details… ein absolut gelungenes Werk und vor allem ein Muss für alle Disney-Liebhaber.

Das LEGO Ideas Set „Steamboat Willie“ (21317) ist seit heute, dem 1. April 2019, für 89,99 € in allen LEGO-Stores sowie im Online-Shop erhältlich. Zugegeben, der Preis ist happig für ein LEGO-Set dieser Größenordnung. Aber es lohnt sich allemal! Ein wunderschönes Sammlerstück, das vor liebevollen Details und ausgeklügelten Mechanismen nur so strotz. Und vielleicht gibt es ja sogar einen sehr spendablen Osterhasen in deiner Umgebung?!

Übrigens: Ich habe es, trotz meiner kleinen Patzer, geschafft, das Set in zwei Stunden aufzubauen. In diesem Video erhältst du einen kleinen Einblick:

Gefällt dir das Set „Steamboat Willie“ und hast du vielleicht auch vor, es dir zu kaufen? Schaffst du es, mich zeitlich beim Aufbau zu unterbieten? ;) Und hast du sogar Ideen für mögliche neue LEGO-Sets? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

Ich wünsche dir unglaublich viel Spaß beim Bauen!

S.

Werbung: Bei dem gezeigten LEGO-Set handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir The LEGO Group freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Ich möchte mich auf diesem Weg nochmals ganz herzlich bedanken. Dennoch habe ich meine eigene Meinung zu dem Set kundgetan.

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