Filmkritik

Filmkritik: Der König der Löwen (2019)

Die ersten Töne von Der König der Löwen erklingen und man fühlt sich augenblicklich in die afrikanische Savanne, aber vor allem in die eigene Kindheit zurück versetzt. Ein Lied, das jeder kennt, das jeder mit Der König der Löwen verbindet: “Nants ingonyama bagithi Baba Sithi uhm ingonyama.” Es bedeutet in der afrikanischen Sprache Zulu so viel wie “Hier kommt der Löwe, Vater, oh ja, es ist ein Löwe.” Ein Lied mit einer einfachen Bedeutung aber einer umso größeren Wirkung. Zugegeben, den Text singt wohl jeder wie er möchte. In meiner Familie lauten die ersten Töne: “Aaaaaaah Svenjaaa…” Vermutlich, weil meine Schwester Svenja heißt. Im Kindesalter waren wir uns so sicher, dass der Song von ihr handelt. Das denkt meine Tochter übrigens nun auch. Aber egal welchen Text wir uns alle zusammenreimen, das Lied hat bei nahezu jedem den gleichen Effekt: Gänsehaut am ganzen Körper. Und man kann rein gar nichts gegen die unbändige Kraft der Musik unternehmen.

Seit dem 17. Juli 2019 läuft die computeranimierte Neuverfilmung von Disneys Der König der Löwen in den deutschen Kinos und in diesem Beitrag erfahrt ihr, warum es sich durchaus lohnt, ihn zu schauen.

DER KÖNIG DER LÖWEN © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
Musik, die in den Ohren bleibt

Der Soundtrack von Der König der Löwen (1994) war einer der erfolgreichsten und in meinen Augen bzw. Ohren schönsten Soundtracks aller Disney Meisterwerke. Sowohl die gigantische Filmmusik von Hans Zimmer als auch die Lieder von dem Erfolgsduo Elton John und Tim Rice hängen noch heute wie Kletten in meinen Ohren und wurden völlig zu Recht 1995 mit dem Oscar für die “Beste Filmmusik” und dem “Besten Filmsong” (Can You Feel the Love Tonight) ausgezeichnet. Welch ein Glück wurde das Niveau in der neuen Version von 2019 (zumindest in der Originalfassung) gehalten. Der Gesang von Beyoncé (Nala) und Donald Glover (Simba) hat mich von den Socken gehauen! Als der erste gemeinsame Ton von Can You Feel the Love Tonight (Kann es wirklich Liebe sein) ertönte, wusste ich nicht wohin mit mir. Ich hatte bezüglich des englischsprachigen Soundtracks sehr hohe Erwartungen aber mit dieser Perfektion habe ich nicht gerechnet! Ähnlich erging es mir bei Hakuna Matata. Schon damals mochte ich die Szene gern, aber sie hat mich nie gänzlich umgehauen. Bei dem Animationsfilm war es völlig anders: Sobald der Gesang des erwachsenen Simbas bei Hakuna Matata erklang, brachen bei mir völlig die Emotionen aus. Ich habe gestrahlt, geweint, gelacht… Ich war völlig überrascht. Nicht zuletzt wegen der sagenhaften Stimme von Donald Glover!

DER KÖNIG DER LÖWEN – Donald Glover und Simba. © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
DER KÖNIG DER LÖWEN – Nala und Beyoncé Knowles-Carter © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Ich muss jedoch an dieser Stelle meiner Lobeshymne auf musikalischer Ebene ein Ende bereiten: Der beste Bösewichtsong aller Zeiten, Seid bereit (Be Prepared) von Scar, wurde nämlich dermaßen verhunzt, dass mir leider wirklich die Worte dafür fehlen. Was im Original ein Gänsehautsong größter Güte ist, schafft es bei der Neuverfilmung nicht einmal zu einem “ganz netten” Song. Er wurde mit einer Länge von gerade mal zwei Minuten stark gekürzt, was im ersten Augenblick wirklich schade erscheint. Da Scar ihn diesmal jedoch eher mit einem trägen Sprechgesang performt, dem es völlig an Drama fehlt, war die Entscheidung ihn einzukürzen vermutlich gar nicht so verkehrt. Ebenso enttäuschend ist, dass er leider nicht einen der unfassbar lustigen, fast schon kultigen Dialoge zwischen Scar und den Hyänen enthält. Das war nichts, Disney! Völlig daneben! Deplatziert war im Übrigen auch Beyoncés neuer Song Spirit. Der Soundtrack strotzt nur so vor afrikanischen Klängen und wunderschöner und vor allem passender Musik. Da könnte ein derartiger Popsong kaum störender sein. Stattdessen hätte man getrost He lives in you von Der König der Löwen 2 (bin ich die Einzige, die findet, dass es ein furchtbar unterschätzter Disneysong ist?) oder aber Shadowland vom KDL-Musical einbinden können. Das hätte den Soundtrack rund gemacht.

“Ui toll, vergib mir, wenn ich vor Freude nicht in die Luft springe – ich hab’s im Kreuz, weißt du?” – Scar

Zeichentrick wird zum Leben erweckt

Neben dem (größtenteils) sagenhaften Soundtrack hat selbstverständlich wieder einmal die atemberaubende Animation überzeugt. Wenn man während des Films immer wieder denkt, man steckt inmitten einer Tierdokumentation und wenn man sich zwischenzeitig dabei erwischt, dass man sich wundert, warum Tiere reden können, dann ist es wieder einmal Zeit, seinen Hut vor Disney und einem weiteren Quantensprung der Animationskunst zu ziehen. Nichts weiter. Verbeugen und Hut ziehen! Bravo! Zudem hat man teilweise den Eindruck, als hätte man den Tieren eine Actionkamera umgebunden, was eine noch viel größere Nähe zum Film verleiht. Hallo, Sharina, aufwachen! Der Film ist komplett animiert. Da rennt kein Tier mit GoPro auf dem Kopf umher!

DER KÖNIG DER LÖWEN – Zazu und Simba © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
DER KÖNIG DER LÖWEN – Rafiki © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Erwachsen, realistisch, humorvoll

Die Umsetzung des aktuellen Der König der Löwen ist unglaublich erwachsen und sehr realistisch. Okay, in der realen Welt können Löwen nicht reden und auch Warzenschweine können ganz sicher nicht singen, aber darüber hinaus wurden unglaublich realistische Szenarien, Bewegungen und Reaktionen umgesetzt. Simba wird zum Beispiel nicht bei I just can’t wait to be king (Ich will jetzt gleich König sein) von kunterbunten Giraffen rumgeworfen, die Pop-Art-Nashörner bilden keine abgefahrenen Tanzformationen und auch Simba schwingt sich nicht bei Hakuna Matata mit einer Liane ins kühle Nass. Würde man vermutlich auch nicht all zu häufig in der Savanne sehen. Das macht den Film umso erwachsener, realistischer, eben wie eine Dokumentation – nur eben mit Gesang. Klingt das logisch? ;)

Auch sind Tiere im wahren Leben sicherlich nicht so humorvoll (obwohl, wer weiß? Schon mal Disneys Die Wüste lebt gesehen?) aber der Witz des Films ist dafür umso großartiger. Timon (Billy Eichner) und Pumbaa sind der Brüller! Vor allem Seth Rogen hat für Pumbaa eine hervorragende Synchronisation abgeliefert. Und auch Zazu (John Oliver), der eigentlich für seine steife und fast schon nervig erwachsene Art bekannt ist, sorgt für den ein oder anderen Lacher.

DER KÖNIG DER LÖWEN – Simba, Timon und Pumbaa © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.
Emotionen? Mehr oder weniger!

Ich wurde emotional gecatcht. Immer und immer wieder! Aber in erster Linie lag es bei mir tatsächlich an der Musik, die durch Mark und Knochen geht. Ob es der Film auch ohne den Soundtrack geschafft hätte, mich emotional mitzureißen, kann ich nicht genau sagen. Fakt ist, dass ich bei Szenen gerührt war, die mich zuvor emotional nie abgeholt haben. Deshalb fällt es mir schwer, das Emotionschaos bei der Neuverfilmung richtig zu ergründen. Fest steht jedoch, dass ich seltsamerweise auch diesmal den Tod von Mufasa nicht so erschütternd finde, wie manch eine andere Szene. Scars Geständnis bezüglich des Mordes von Mufasa ist dennoch nach wie vor eines der übelsten und markerschütterndsten Zitate im Disney-Universum:

“Ich tötete Mufasa!” – Scar

Fazit

Ich persönlich bin ein großer Fan davon, bei Disneys Neuverfilmungen mit neuen Handlungssträngen, veränderten Charakteren oder neuen Twists überrascht zu werden. Ich finde es super, dass Jasmin in Aladdin (2019) ein noch viel selbstbewussterer und stärkerer Charakter ist als im Original. Oder dass Cinderella (2015) visuell völlig neu umgesetzt wurde. Solche Überraschungen fehlten völlig bei Der König der Löwen (2019), denn er wurde nahezu 1:1 vom Original übernommen. Ein Zeichentrick, der zum Leben erweckt wurde! Dennoch ist er gelungen, keine Frage. Er ist lustig, atemberaubend animiert und an vielen Stellen, vor allem auf Grund der Musik, sehr emotional. Jon Favreau, der bereits bei Iron Man, Iron Man 2 und The Jungle Book Regie geführt hat, hat auch bei Der König der Löwen (2019) in Sachen Regie und Produktion ein gutes Händchen bewiesen. Gut gebrüllt, Disney! Ich vergebe 3,5 Mickey Mäuse.

Was den Film übrigens noch interessanter macht, sind ein paar Sidefacts, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Wusstest du eigentlich, dass…
  • der Schauspieler James Earl Jones sowohl den Mufasa im Originalfilm von 1994 als auch im Animationsfilm von 2019 synchronisiert hat?
  • der Musiker Lebo M. ebenfalls in beiden Teil den afrikanischen Part von The Circle of Life eingesungen hat?
  • Donald Glover nicht nur Schauspieler ist, sondern ebenfalls als Rapper unter dem Namen Childish Gambino bekannt ist und bereits mit zwei Emmys und drei Grammys preisgekrönt wurde?
  • die deutsche Schauspielerin Florence Kasumba (Tatort, The First Avenger: Civil War, Black Panther, Avengers: Infinity War) die Hyäne Shenzi in der Version von 2019 sowohl im Englischen als auch im Deutschen synchronisiert hat?
Florence Kasumba als Shenzi © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Habt ihr den Film schon gesehen? Was haltet ihr von ihm? Wie findet ihr die Musik, die Animation und die sehr originalnahe Umsetzung? Schreibt es mir doch in die Kommentare.

Hakuna Matata, S.

Ein Dank geht an Frandly PR und Disney Deutschland für die Einladung zu den Pressevorführungen.

Filmkritik: A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Haltet euch fest, schnallt euch an oder lasst euch einfach nur fallen… denn es wartet ein rasanter Roadtrip auf euch, der wahnsinnige Charaktere, unschlagbare Gags und eine tiefgründige Story bereithält. Leute, ich bin hin und weg!

Die Erfolgsgeschichte der Pixar Animation Studios begann 1995 mit einer einfachen aber ebenso brillanten Idee: Was macht eigentlich unser geliebtes Spielzeug in Abwesenheit der Menschen? Mit Toy Story wurde ein Animationsfilm erschaffen, der mit Hilfe der einzigartigen Geschichte und der liebenswerten Charaktere sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen fesselt. Kein Wunder also, dass es die Fans waren, die nach Fortsetzungen schrien und dass Pixar dem Begehren der Fans folgte. Ganze neun Jahre mussten wir ausharren – zwei Jahre länger als ursprünglich geplant – bis der vierte und vorerst letzte Teil A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando seinen Weg in die Kinos fand. 

Die Story

Woody (Tom Hanks/Michael „Bully“ Herbig) und seine Freunde genießen die neuen Vorzüge in Bonnies Kinderzimmer. Sie sind wieder in den Mittelpunkt eines Kindes gerutscht und leben tagein tagaus das perfekte Leben eines Spielzeugs. Woodys höchste Priorität war es schon immer, für das Wohlergehen seines Kindes zu sorgen, ob für Andy oder Bonnie… Als eines Tages ein aus Müll, Resten und aus einem Göffel gebasteltes „Spielzeug“ namens Forky seinen Weg in Bonnies Kinderzimmer findet, aber dank einer ausgereiften Identitätskrise viel lieber wieder zurück in die Mülltonne möchte, fühlt Woody sich berufen, Forky vom Leben als Spielzeug zu überzeugen. Doch das ist nicht Woodys einzige Herausforderung. Auf einem Familien-Roadtrip wird er mit seiner größten Angst konfrontiert: Die Angst davor, kein Kind zu haben und ein verlorenes Spielzeug zu sein. Besonders das Wiedersehen mit Porzellinchen (Annie Potts/Alexandra Ludwigs), die in den vergangenen Jahren zu einem starken, selbstbestimmten Spielzeug geworden ist, spielt eine große Rolle bei seiner Angstbewältigung. Doch auch wenn die beiden ein Leben als Spielzeug vollkommen gegensätzlich betrachten, haben sie eines gemeinsam: Eine spannende Mission, die sie nur miteinander bestreiten können!

„Being there for a child is the most noble thing a toy can do“ – Woody, Toy Story 4

Um ehrlich zu sein, hatte ich große Angst das Regiedebüt von Josh Cooley zu schauen. Denn mit Toy Story 3 wurde die Messlatte bereits so hoch gesetzt, dass ich mir nicht hätte erträumen können, dass der vierte Teil auch nur ansatzweise dieses Level erreichen könnte. Doch die Angst wurde mir schon in den ersten Sekunden genommen. Ich wurde direkt in den Toy Story-Bann gezogen und bis zur letzten Minute nicht mehr losgelassen! Ich entwickelte plötzlich eine ganz andere Angst – die Angst davor, dass der Film endet. Denn das würde wiederum bedeuten, dass er wirklich endet! (Wie weise!) Und mit ihm, würde eine komplette Ära enden. Für immer und ewig. Panik! 

Wiederholungstäter: Ein Meisterwerk der Animation

Immer wenn man davon ausgeht, dass bereits der Höhepunkt der Animationskünste erreicht wurde, haut Pixar einen neuen Film raus, der alles toppt, was man bisher gesehen hat. A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando ist ein Meisterwerk der Animation! (Auch wenn der Titel echt nicht hätte sein müssen! Warum nicht einfach der Originaltitel Toy Story 4, hm?) Ich bin noch immer sprachlos, wie lebensecht und plastisch der vierte Streich der Toy Story-Reihe umgesetzt wurde. Vom animierten Wasser zu Beginn des Films, bis hin zur Beschaffenheit und Textur der einzelnen Figuren. Wow! Das macht es mir nun noch schwerer abzugrenzen, ob Spielzeug wirklich lebt oder ob es lediglich eine von Pixar ausgedachte Geschichte ist. ;)

Forky ©2019 Disney/Pixar

Emotionschaos pur!

Pixar schafft es zudem immer und immer wieder, tiefste Emotionen in einem zu wecken, ohne dass man auch nur irgendetwas dagegen unternehmen kann. Bei kaum einem Film muss ich so stark und wie auf Knopfdruck schluchzen wie bei COCO – Lebendiger als das Leben und bei Toy Story 3. Die Messlatte wurde sehr hoch gelegt. Aber eines steht fest, A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando reiht sich nun mit ein. Was für ein emotionaler, gar herzzerreißender Film! Das Ende toppt alles, was Pixar bisher geschaffen hat. Mein Toy Story-Herz ist beim vierten Streich der Reihe mit unendlich viel Glück, Freude und ganz tiefer Liebe, zeitgleich aber auch mit großer Trauer gefüllt. Tom Hanks hatte völlig recht damit, dass die Schlussszene „a moment in history“ ist. Dieses Finale schreibt wahrlich Filmgeschichte! Und auch Tim Allen beschreibt die komplette Story als unglaublich emotional. Mein Tipp: Dringend Taschentücher mitnehmen!

Das Emotionschaos hat mich durchgehend übermannt! Denn außer der emotionalen Szenen hat A Toy Story noch viel mehr zu bieten: Einen unschlagbaren Humor. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass A Toy Story (direkt gefolgt von Toy Story 3) der mit Abstand lustigste Teil der Filmreihe ist. Ein Gag ist besser als der andere. Trocken. On point. Für Pixar-Verhältnisse sogar recht derb. Genau wie ich es liebe! Kaum vorstellbar, dass ich neben all der Freudentränen und Tränen der “Trauer” mehrfach vor Schreck aufschreien musste. Was heißt Schreck? Man kann es fast schon Angst nennen! Die neuen Charaktere in allen Ehren, aber der Gruselfaktor der 50er-Jahre-Puppe Gabby Gabby und ihrer Bauchrednerpuppen-Kumpels „The Bensons“ macht mich fix und fertig. 

Charaktere zum Verlieben

Für Toy Story 4 haben der Regisseur Josh Cooley, der Drehbuchautor Andrew Stanton und co. kräftig in die Trickkiste gegriffen und unglaublich ausgefeilte Charaktere gezaubert. Was ist Porzellinchen bitte für ein wahnsinnig gelungener Charakter? Eine dermaßen selbstbewusste, starke, gar inspirierende Frau, die sich ohne Kind durchs Leben boxt und selbstbestimmter kaum sein könnte. Sie ist schon jetzt einer meiner Lieblingscharaktere für immer und immer und immer und ewig! Chapeaux, Pixar! Ich bevorzuge übrigens so sehr ihren originalen Namen „Bo Peep“, nicht zuletzt, weil einer meiner Spitznamen Bo ist. ;) Aber auch Duke Caboom (Keanu Reeves/Michi Beck), ein kanadischer Stuntman, der unaufhörlich sein Können zeigt, oder das Duo Ducky und Bunny, die eine wirklich bedenkliche Psyche haben, oder auch Forke, der der heimliche Star des Filmes ist, werden ganz sicher zu Favoriten des Ein oder Anderen avancieren. 

„Be who you are right now“ – Bo Peep, Toy Story 4

Bo Peep ©2019 Disney/Pixar

Und trotz der tiefen Liebe, die ich schon jetzt für A Toy Story hege, muss ich gestehen, dass ich mich dennoch unglaublich schwer damit tue, dass auf den Fußsohlen der Toys – allen voran Woody und Buzz (Tim Allen/Walt van Hauff) – nun „Bonnie“ und nicht mehr „Andy“ geschrieben steht. Autsch!  Den Stich in meinem Herzen spüre ich dauerhaft. Unaufhörlich. Aber Josh Cooley sagte in einem Interview, dass es zwar Woodys Ende mit Andy sei, aber dass jedes Ende auch ein neuer Beginn bedeute. Woodys Beginn mit einem neuen Kind, in einem neuen Kinderzimmer, mit neuem Spielzeug… Und zack, mir kommen direkt wieder die Tränen!

Buzz zu Woody: “Die Mission Andy ist beendet. […] Jetzt geht es nur noch darum, dass wir zusammen bleiben.“ – Toy Story 3

Fazit

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando ist ein Komplettpaket: Auf Grund der emotionalen Ebene, der tiefen und gänzlich neuen Story, der grandiosen Charaktere und vor allem der überragenden Animation ist er einer der besten Filme der gesamten Reihe. Einer der besten Pixarfilme überhaupt!

Und obwohl ich von Beginn an ein eingefleischter Toy Story-Fan bin, vertrete ich die Meinung, dass es keinen vierten Teil hätte geben müssen. Die Trilogie war stimmig, das Ende war besser als man es sich hätte vorstellen können. Dennoch möchte ich betonen, dass ich den vierten Teil keinesfalls mehr missen möchte. Ganz im Gegenteil: Ich würde ihm tatsächlich die volle Punktzahl geben. Aber da der dritte Teil ebenfalls ein toller Abschluss gewesen wäre, vergebe ich viereinhalb Mäuse für Pixars 21. Meisterwerk.

Toy Story 4 ©2019 Disney/Pixar

Ab 15. August 2019 kommt A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando endlich in die deutschen Kinos (aber nicht wundern: Er ist neben Toy Story und COCO der dritte Pixar-Film, der ohne Kurzfilm gespielt wird). A Toy Story ist ein Muss für jeden Toy Story-Fan, ein Muss für jeden Disney•Pixar-Fan, ein Muss für einfach jeden! Ab ins Kino und überzeuge dich selbst.

„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.“ – Captain Buzz Lightyear, Toy Story

Wo sind die Toy Story-Fans unter euch? Freut ihr euch auf den vierten Teil? Wie fandet ihr ihn? Lasst es mich liebend gern in den Kommentaren wissen.

Filmkritik: Mary Poppins’ Rückkehr

Nach 54 Jahren kehrt Mary Poppins endlich wieder auf die Kinoleinwand zurück. Mit Kirschsaftschorle und Minztee sowie Macarons und Cupcakes durfte ich mich bei einem exklusiven Screening der Walt Disney Company Germany in Kooperation mit Glossybox selbst davon überzeugen.

Story 

Es sind mittlerweile viele Jahre vergangen seit Mary Poppins die Welt der Familie Banks auf den Kopf gestellt hat. Die Kinder Jane und Michael sind bereits erwachsen und haben mit alltäglichen Problemen zu kämpfen. Besonders Michael und seine drei Kinder sind von der Weltwirtschaftskrise der 1930er und vor allem vom Verlust seiner Frau betroffen. Zu allem Übel ist die Familie Banks im Begriff, das Elternhaus im Kirschbaumweg 17 an die Bank zu verlieren. Doch Mary Poppins erscheint zur rechten Zeit, um die Familie Banks erneut mit einer gehörigen Portion Magie zu unterstützen. 

Fortsetzung? Unbedingt!

Ich bin verzaubert! Verzaubert von einem mehr als gelungenen Sequel, dessen Intro mir bereits ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Wer mich kennt, der weiß wie sehr ich die thematisch angepassten Intros von Disney liebe. Kein Wunder also, dass mich das Disney-Schloss umgeben von Londons Skyline direkt in den Bann gezogen hat.

Wer glaubt, eine Fortsetzung des Klassikers von 1964 sei keine gute Idee und nach einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Julie Andrews kaum möglich, der täuscht sich gewaltig. Emily Blunt beweist das Gegenteil! Sie hat es geschafft, die selbstverliebte, fast schon arrogante, aber dennoch liebenswerte Art von Mary Poppins so zu verkörpern, dass man in der Fortsetzung zu keiner Sekunde das Original vermisst. Natürlich ist Julie Andrews eine Ikone in ihrer Rolle als magisches Kindermädchen und hat völlig zu Recht den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ gewonnen. Dennoch kann ich mir keine bessere Nachfolgerin als Emily Blunt vorstellen. Mal ganz abgesehen von ihrer phänomenalen schauspielerischen Leistung und dem unglaublichen Gesang, waren ihre Kostüme umwerfend. Halleluja, was würde ich für das ein oder andere Outfit geben!

„Practically perfect in every way!“ – Mary Poppins

Ein Staraufgebot der Superlative

Emily Blunt, die sämtliche Gesangsparts von Mary Poppins persönlich interpretiert, hat an ihrer Seite eine überragende schauspielerische Unterstützung. So beeindruckt Lin-Manuel Miranda, der bereits die Filmmusik für Vaiana und Star Wars: Das Erwachen der Macht komponierte und Bekanntheit durch sein Erfolgsmusical Hamilton erlangte, als Laternenanzünder an der Seite von Emily Blunt. Gemeinsam singen und tanzen sie sich durch Porzellanwelten, fliegen hoch in die Wolken und sind zwischendurch irgendwie sogar „kopfunter“. ;) 

“Wenn die Welt kopfunter hängt, ist es die beste Idee, sich einfach mit ihr umzudrehen.” – Mary Poppins

„Kopfunter“ ist im Übrigen neben der Porzellanwelt eine der stärksten Szenen des Films, nicht zuletzt wegen der beachtlichen Leistung der mittlerweile 69-jährigen Meryl Streep als Cousine Topsy. Ebenfalls umgehauen hat mich wieder einmal der talentierte Ben Whishaw (Das Parfum). Selten habe ich mit einer Rolle so mitgefühlt wie mit der des Michael Banks. Etwas untergegangen ist dahingegen leider Colin Firth (Tatsächlich… LiebeBridget Jones) in seiner Rolle als hinterhältiger Bankdirektor William ‘Weatherall’ Wilkins. Zu flach, zu vorhersehbar, zu nebensächlich. Sehr Schade! Dafür ist der Gastauftritt des 93-jährigen Dick Van Dyke, der bereits bei Mary Poppins den Bert und den Bankdirektor gespielt hat, eine gelungene Überraschung.

Von Firlefanz und magischer Musik 

Die Filmmusik von Mary Poppins’ Rückkehr ist ebenso wie die Besetzung einfach zauberhaft! Und auch wenn die Lieder von Marc Shaiman emotional unter die Haut gehen, zum Mitschwingen animieren und durch und durch in diesen fabelhaften, kunterbunten Film passen, fehlt ihnen leider der Ohrwurmcharakter, den der Klassiker im Überfluss hatte. Wer kennt sie nicht, die Melodien von „Ein Löffelchen voll Zucker“, „Chim-Chim-Cheree“ und natürlich „Superkalifragilistigexpialigetisch“? Die Sherman Brothers haben bei Mary Poppins allerbeste Arbeit geleistet, die absolut gerechtfertigt mit dem Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“ honoriert wurde. Nichtsdestotrotz macht der Soundtrack von Mary Poppins’ Rückkehrsowie die Musicalszenen unglaublich Spaß und treffen direkt ins Herz. Allem voran der herzzerreißende Titel „Das was ihr vermisst“. 

„Wenn Du denkst, Du hast etwas oder jemanden verloren, den Du liebst, dann halte Dir vor Augen: Nichts geht je verlor’n und nichts ist je ganz fort, es geht nur etwas weiter, wechselt nur den Ort.” – Mary Poppins

Emotionale Momente in musikalischer Hinsicht werden außerdem durch den Einsatz der Melodien des Klassikers von 1964 hervorgerufen – jede einzelne der Szenen, in denen die alten Lieder aufgegriffen werden, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und Gänsehaut auf die Arme.

Was nicht unerwähnt bleiben darf ist, dass die Tanz- und Gesangskünste der Haupt- und Nebendarsteller in der Originalfassung beachtlich sind! Schade, dass der Charme des britischen Gesangs der Künstler in der synchronisierten Version natürlich gänzlich untergeht. Das tut der deutschen Version jedoch kaum einen Abbruch. Die Musicalszenen beeindrucken dennoch dank der wundervollen Choreographien und der Tanzleistungen des Casts.

„Firlefanz – das bedeutet Tanz!“ – Jack, der Laternenanzünder

Fazit: Practically perfect in (almost) every way!

Mit Mary Poppins wurde 1964 etwas völlig Neues geschaffen. Der Mix aus Realverfilmung, Trickfilm und Musical hat nicht nur das Publikum begeistert, sondern wurde auch mit fünf Oscars und dreizehn Nominierungen belohnt. Mit sehr viel Liebe zum Detail und harter Arbeit, u. a. von Walt Disney höchstpersönlich (für Hintergrundinfos solltest du unbedingt Saving Mr. Banks schauen – siehe Filmkritik), hat man Neuland in jederlei Hinsicht betreten. Das Neuland blieb bei Mary Poppins’ Rückkehr aus, da man sich optisch und inhaltlich natürlich am Klassiker orientierte. Man sollte von vornherein vermeiden, die Fortsetzung mit dem Original zu vergleichen und ihn als eigenständigen Film betrachten – die Geschichte, die atemberaubenden Sets und die schauspielerische Leistung des überragenden Casts haben es verdient! Dann ist das Werk von Rob Marshall (ChicagoPirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten) ein absolut gelungener Familienfilm, der sowohl jung als auch alt und vor allem nicht nur Disney-Fans begeistern dürfte. Neben einigen wenigen Schwächen, hat er umso mehr grandiose Momente, die Mary Poppins’ Rückkehr zu einem neuen Meisterwerk unter Disneys Realverfilmungen macht. Und wer weiß, vielleicht wird auch er mit dem Goldjungen ausgezeichnet. Zumindest Emily Blunt hätte es mehr als verdient!

“Absolut alles ist möglich. Selbst das Unmögliche.” – Mary Poppins

Ich vergebe 4 von 5 Mickey Mäusen.

Ab ins Kino solange er noch vorgeführt wird! Überzeuge dich selbst von dem Meisterwerk und lass mich unbedingt in den Kommentaren wissen, was du von Disneys Mary Poppins’ Rückkehr hältst.

Disney Deutschland hat mich zu dem Mary Poppins-Event mit anschließender Filmvorführung eingeladen, ich wurde für den Beitrag nicht bezahlt. Er entspricht ausschließlich meiner Meinung.

Bildrechte: Disney

Filmkritik: COCO – Lebendiger als das Leben

Der Dia de los Muertos, das Reich der Toten und ein Xoloitzcuintle – das klingt so gar nicht nach Pixar? Doch, jetzt schon! Mit „COCO – Lebendiger als das Leben!“ hat Pixar es wieder einmal gewagt, in eine vollkommen neue Welt einzutauchen.

Die Story

Der 12-jährige Miguel Rivera lebt mit seiner Familie in dem kleinen mexikanischen Städtchen Santa Cecilia. Miguel hat einen großen Traum: Er möchte Musiker werden, wie sein großes Vorbild die Musiklegende Ernesto de la Cruz. Doch dies dürfte gar nicht so leicht sein, denn in Miguels Familie ist Musik strengstens verboten. Vor vielen Jahren wurde Miguels Ururgroßmutter Imelda von ihrem Mann sitzengelassen, weil er auf den Bühnen der Welt seine Musikkarriere vorantreiben wollte. Grund genug für sie, jegliche Musik aus ihrem Leben und dem ihrer Familie zu verbannen. Zum Leidwesen von Miguel, denn dieses Verbot wurde über Generationen weitergetragen.

Als Miguel am Dia de los Muertos, dem Tag der Toten, heimlich an einen Talentwettbewerb teilnehmen und einen der größten Hits seines Idols aufführen möchte, passiert etwas Magisches. Auf Grund einer Aneinanderreihung von äußerst misslichen Zufällen, gerät er gemeinsam mit dem Straßenhund Dante in das Reich der Toten. Um wieder in die Welt der Lebenden zurückkehren zu können, benötigt er den Segen eines verstorbenen Familienmitglieds. Doch der Segen seiner Ururgroßmutter Imelda ist an eine Bedingung geknüpft. Miguel muss sich entscheiden: Familie oder Musik!? Doch das Reich der Toten hat noch ganz andere Überraschungen parat…

Dia de los Muertos

Für uns ist es üblich, verstorbene Angehörige mit Zurückhaltung, Stille und tiefer Trauer zu gedenken. Die Mexikaner hingegen pflegen eine sehr gegensätzliche Tradition, mit dem Tod der Angehörigen umzugehen. Sie feiern ein farbenprächtiges Fest, den Dia de los Muertos, welches alles andere als eine Trauerveranstaltung ist. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten vom 31. Oktober bis 2. November zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Der Dia de los Muertos wurde 2008 sogar von der UNESCO auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Die Mexikaner haben eine besonders starke Verbundenheit zur Familie und ihren Vorfahren. Eine tiefe familiäre Bindung und Zusammenhalt gehören ebenfalls zu den höchsten Grundsätzen Pixars, weshalb es gar nicht so abwegig ist, dass dieses traditionelle und ehrfürchtige Fest als Grundlage für den 19. Pixar-Spielfilm gewählt wurde. Ganz im Gegenteil, Pixar hat es wieder einmal geschafft, einen fesselnden Kinofilm für die ganze Familie zu erschaffen.

Animationskunst der Superlative

Meiner Sprachlosigkeit hinsichtlich der fantastischen visuellen Umsetzung zum Trotz, versuche ich immerhin zu verschriftlichen, welch ein farbenprächtiges Wunderwerk mit COCO erschaffen wurde.

Pixar ist es gelungen, einen tollen Kontrast beider Welten zu skizzieren. Die Welt der Lebenden ist in wundervolle warme Erdtöne getaucht und vorwiegend tagsüber gezeigt, während das Reich der Toten eine ewige Nacht zu sein scheint, und in kunterbunten Farben versinkt. Dennoch teilen sie wichtige Charakteristika wie Farbe, Musik und Freude – den Kern der Kultur Mexikos.

Ein absoluter Meilenstein in der Animationskunst von Pixar und mein persönliches Highlight ist die Blumenbrücke. Ohne wenn und aber. Sie verbindet die Welt der Lebenden mit dem Reich der Toten. Wow! Atemberaubend! Bestehend aus tieforangen Ringelblumenblättern, ist sie nicht nur eine absolute Augenweide, auch symbolisch ist die Brücke ein Meisterwerk. So steht die Brücke nicht nur für den Schwebezustand zwischen Leben und Tot, sondern stellt mit ihren Blüten ebenfalls die Vergänglichkeit des Lebens dar. Außerdem symbolisiert die Brücke die Verbindung zur Familie, da die Ringelblumen ein großer Bestandteil der mexikanischen Kultur und vor allem des Dia de los Muertos sind. Denn dort werden sie verstreut, um den Toten den Weg zu weisen, da die Mexikaner glauben, dass Verstorbene die Farben Orange und Gelb am besten erkennen können. Die Brücke fungiert also als Wegweiser in die Welt der Lebenden.

Regisseur Lee Unkrich (Toy Story 3) und sein Team haben es geschafft, Pixar technisch und visuell in ein neues Level zu katapultieren. Man kann sich an dem Animationswunder einfach nicht satt sehen und die Farbexplosionen reißen einen völlig in den Bann. Gegen COCO ist das Holi-Festival ein reinster Witz!

Musikalische Glanzleistung

Obwohl das Musikverbot der Ururgroßmutter Imelda eine enorme Rolle in dem Film spielt, wirkt es sich glücklicherweise nicht auf den Film selbst aus. Ganz im Gegenteil, denn COCO ist einer der musikalischsten Filme der Pixar-Geschichte. Schon das Intro zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Denn das Disney-Schloss wird nicht mit der gewohnten Titelmelodie eingeblendet, sondern wird von einer mexikanischen Version der Melodie begleitet. Einfach Zauberhaft!

Der sehr gitarrenlastige Soundtrack ist den Produzenten mindestens genau so gut gelungen wie die visuelle Umsetzung. Der Titelsong „Denk stets an mich“ (Original: „Remember me“) hat übrigens eine hundertprozentige Ohrwurmgarantie! Kein Wunder, denn er stammt vom oscargekrönten Erfolgsduo Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez („Let it go“ aus Disneys Die Eiskönigin). Hier der Titelsong des Films. Überzeugt euch selbst:

Wusstest du, dass…

COCO von den Mexikanern in den Himmel gelobt wird? Vielen Userkritiken und Berichten zufolge, sind sie begeistert von der detailgetreuen Umsetzung ihrer Kultur und der Bräuche. Selbst der Nationalhund Mexikos, ein Xoloitzcuintle (kurz Xolo), hat in Form des quirligen Hunde-Sidekicks Dante, der ein treuer Freund von Miguel ist, in COCO Platz gefunden. Laut Produzentin Darla K. Anderson hat das Pixar-Team großen Wert darauf gelegt, möglichst authentisch zu bleiben. Scheint ihnen gelungen zu sein. Aber wer hat schon etwas anderes erwartet?

Noch nie zuvor ist Pixar so tief in eine fremde Kultur eingetaucht. Es wurde eine tolle neue Welt geschaffen, auch wenn die Geschichte lange nicht so ausgetüftelt und innovativ ist, wie beispielsweise die von Alles steht Kopf. Trotz der hervorragenden bildlichen und musikalischen Umsetzung, hapert es hier und da an anderen Stellen. Die Dialoge und Charaktere könnten durchaus etwas tiefer sein. Obwohl dem Skelett Hector, ein weiterer Wegbegleiter von Miguel, ein toller, vielseitiger Charakter verpasst wurde.

Im Mittelteil des Films gab es hier und da Hänger, die mich aber dennoch nicht eine Sekunde gelangweilt haben. Außerdem hat das sehr emotionale, überragende Ende alles wieder wettgemacht. Ich muss ja zugeben, dass ich bei nahezu jedem Disney/Pixar-Streifen weinen muss, aber COCO hat mich förmlich zum Heulen gebracht. Ja, ich habe im Kino geheult. Wie ein Schlosshund! Und das hat bisher nur Toy Story 3 geschafft. Zu meinem Gefühlsausbruch trug vor allem Miguels Uroma COCO bei. Die Titelfigur, die zwar eine sehr kleine, aber bedeutsame Nebenrolle hat. Mit ihr hat nun auch Pixar eine wundervolle Granny dazugewonnen, denn Disney hat sie schon längst (Mulan, Pocahontas, Vaiana etc.).

Fazit

Mit COCO – Lebendiger als das Leben! hat Pixar ein Animationsmeistwerk geschaffen, das mit Farbenpracht, Detailverliebtheit und einem hitverdächtigem Soundtrack glänzt. Trotz der kleinen Schwächen, die sich durch den Film ziehen, ist COCO einer der besten Filme, die Pixar je produziert hat! Ich vergebe viereinhalb Mickey Mäuse.

Wirst du den Film auch im Kino gucken? Hat dir die Filmkritik gefallen? Lass mich deine Gedanken und Anregungen unter diesem Beitrag in einem Kommentar wissen. Ich freue mich darauf.

Magische Grüße,

S.

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Filmkritik: Cars 3 – Evolution

Firmenchef und Genie John Lasseter (alias Pixar-Gott) hat 2006 mit Cars und dem Protagonisten Lightning McQueen eine Figur geschaffen, die längst nicht mehr aus dem Disney-Pixar-Universum wegzudenken ist. Ganz im Gegenteil – neben Woody, Rémy und Nemo ist er fester Bestandteil unserer Filmabende mit Pizza, Popcorn, Eis und allem, was zu einem echten Pixar-Abend dazu gehört.

Hintergrund

Lightning McQueen ist ein leicht überhebliches Rennauto, das im ersten Teil in dem Kaff Radiator Springs auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Mit Witz, seinem Naturtalent auf der Piste und nicht zuletzt wegen seines absolut coolen Aussehens, erobert er in Windeseile die Herzen kleiner Jungen. Wer denkt, die Eiskönigin sei der absolute Spitzenreiter in Sachen Merchandise, hat noch nicht all die roten Regale in sämtlichen Disney Stores gesehen. Vom klassischen Spielzeug über Kleidung bis zur Bettwäsche – es gibt nichts, das McQueen und die legendäre Nummer 95 nicht ziert. War also zu erwarten, dass es mindestens ein Sequel geben wird. 2011 kam dann, erneut unter Regie von John Lasseter, Cars 2 in die Kinos. Diesmal ist McQueen Teil einer Agentenstory – eine eher ernüchternde und wenig sinnvolle Fortsetzung. Umso gespannter war ich auf Cars 3: Evolution, der am 28. September 2017 in die Kinos kommt.

cars-3_beachEins sei gesagt – schon die Eröffnungsszene ließ mich strahlen! Nach kurzer Überlegung, ob ich im richtigen Film sitze und nicht etwa bei einem weiteren der niemals enden wollenden Fortsetzungen von Fast And The Furious, hat mich der Anfang des Films direkt gecatcht. ;)

Lightning McQueen ist nun 10 Jahre nach seinem ersten Rennen ein in die Jahre gekommener Flitzer. Besonders die jungen, schnittigen Konkurrenten machen ihm bewusst, dass er an sich und seinen Trainingsmethoden arbeiten muss, um mit ihnen mithalten zu können. Besonders Jackson Storm, der neue Stern am Rennfahrerhimmel, lässt ihn auf der Piste alt aussehen. Aber mit Hilfe seiner neuen Rust-eze-Trainerin Cruz Ramirez versucht er sowohl hochmoderne als auch altbewehrte Trainingsmethoden, um seine jungen Mitstreiter abzuhängen. Denn sollte er es nicht schaffen beim International Super Speedway in Florida zu gewinnen, muss er nicht nur seine Pole-Position im Rennsport abgeben, sondern wird – fast noch schlimmer – ausschließlich als Werbegesicht für Rostschutzmittel und anderen Schnickschnack enden…

Kritik

Zurück zu den Wurzeln – zurück zu Cars! Der dritte Teil der Erfolgsreihe knüpft an den Anfängen des beliebten roten Flitzers an und lässt den zweiten Teil vollkommen außen vor. Zu Recht! Es stehen – wie beim Klassiker – Freundschaft, Ehrgeiz und die Leidenschaft zum Rennsport im Vordergrund. Natürlich, der Plot ist ein alter Schuh – ein in die Jahre gekommener Sportler will es noch mal wissen und kehrt zurück ins Rampenlicht (siehe z. B. Rocky Balboa). Nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte. Aber Pixar wäre nicht Pixar, wenn sie nicht etwas Wundervolles daraus zaubern würden.

Zugegeben, es hat hier und da ein wenig an Witz gefehlt. Und auch der Mittelteil des Films hat sich etwas gezogen und hätte zweifelsohne etwas spannender gestaltet werden können. Aber das tut dem Film kaum einen Abbruch.

Nicht nur die tollen Charaktere tragen dazu bei, dass der Film wirklich sehenswert geworden ist. Lightning McQueens innerer Kampf, ob er seine Leidenschaft an den Nagel hängen oder doch noch mal seinen Kampfgeist wecken sollte, ist schon wieder so menschlich, wie man Autos eben nur vermenschlichen kann. ;) Vor allem aber hat das Cars-Universum mit Cruz Ramirez einen tollen und liebenswerten Charakter dazugewonnen.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass die Landschaften mal wieder sagenhaft umgesetzt wurden. Wow! Wirklich! Es ist faszinierend wie photorealistisch dieser Teil umgesetzt wurde. Ein dreifaches Hoch auf die fortgeschrittene Technik und die einwandfreie Umsecars-3_crashtzung von Pixar. (Was allerdings auch kein Wunder ist, bei einem Produktionsbudget von 175 Millonen Dollar). Allein dafür lohnt es sich schon, Cars 3 zu gucken.

Fazit

Mit Cars 3: Evolution ist Brian Fee ein hervorragendes Regiedebüt gelungen. Er ist den goldrichtigen Weg gegangen, die Finger von der Agentenstory zu lassen und stattdessen Lightning McQueen und die Autorennen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Er hat es geschafft, dem dritten Teil den Charme des Klassikers zurückzugeben. Cars 3 ist mit Abstand der reifste Teil der Trilogie und dennoch ein Film sowohl für die ganz kleinen als auch die erwachsenen Cars-Fans

Und ja, auch bei diesem Film habe ich es geschafft am Ende ein paar Tränen zu verdrücken. Natürlich! Aber was soll ich sagen – Pixar halt. ;)

Auch wenn der Film ein paar Ecken und Kanten hat, die ihn sicherlich nicht perfekt machen und er auch gewiss kein detailliertes Meisterwerk wie Toy Story (1995), Ratatouille (2007) oder Alles steht Kopf (2015) ist, ist er eine sehr gelungene Fortsetzung, die von mir in jedem Fall dreieinhalb von fünf Mickeys verdient. Yaaay!

3-5

Schaut ihn euch an, lasst euch von dem neuen Tempo in den Sog ziehen und lasst mich vor allem wissen, wie ihr ihn findet. :)

Liebst,

S.

 

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