Rezension

Filmkritik: COCO – Lebendiger als das Leben

Der Dia de los Muertos, das Reich der Toten und ein Xoloitzcuintle – das klingt so gar nicht nach Pixar? Doch, jetzt schon! Mit „COCO – Lebendiger als das Leben!“ hat Pixar es wieder einmal gewagt, in eine vollkommen neue Welt einzutauchen.

Die Story

Der 12-jährige Miguel Rivera lebt mit seiner Familie in dem kleinen mexikanischen Städtchen Santa Cecilia. Miguel hat einen großen Traum: Er möchte Musiker werden, wie sein großes Vorbild die Musiklegende Ernesto de la Cruz. Doch dies dürfte gar nicht so leicht sein, denn in Miguels Familie ist Musik strengstens verboten. Vor vielen Jahren wurde Miguels Ururgroßmutter Imelda von ihrem Mann sitzengelassen, weil er auf den Bühnen der Welt seine Musikkarriere vorantreiben wollte. Grund genug für sie, jegliche Musik aus ihrem Leben und dem ihrer Familie zu verbannen. Zum Leidwesen von Miguel, denn dieses Verbot wurde über Generationen weitergetragen.

Als Miguel am Dia de los Muertos, dem Tag der Toten, heimlich an einen Talentwettbewerb teilnehmen und einen der größten Hits seines Idols aufführen möchte, passiert etwas Magisches. Auf Grund einer Aneinanderreihung von äußerst misslichen Zufällen, gerät er gemeinsam mit dem Straßenhund Dante in das Reich der Toten. Um wieder in die Welt der Lebenden zurückkehren zu können, benötigt er den Segen eines verstorbenen Familienmitglieds. Doch der Segen seiner Ururgroßmutter Imelda ist an eine Bedingung geknüpft. Miguel muss sich entscheiden: Familie oder Musik!? Doch das Reich der Toten hat noch ganz andere Überraschungen parat…

Dia de los Muertos

Für uns ist es üblich, verstorbene Angehörige mit Zurückhaltung, Stille und tiefer Trauer zu gedenken. Die Mexikaner hingegen pflegen eine sehr gegensätzliche Tradition, mit dem Tod der Angehörigen umzugehen. Sie feiern ein farbenprächtiges Fest, den Dia de los Muertos, welches alles andere als eine Trauerveranstaltung ist. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten vom 31. Oktober bis 2. November zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Der Dia de los Muertos wurde 2008 sogar von der UNESCO auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Die Mexikaner haben eine besonders starke Verbundenheit zur Familie und ihren Vorfahren. Eine tiefe familiäre Bindung und Zusammenhalt gehören ebenfalls zu den höchsten Grundsätzen Pixars, weshalb es gar nicht so abwegig ist, dass dieses traditionelle und ehrfürchtige Fest als Grundlage für den 19. Pixar-Spielfilm gewählt wurde. Ganz im Gegenteil, Pixar hat es wieder einmal geschafft, einen fesselnden Kinofilm für die ganze Familie zu erschaffen.

Animationskunst der Superlative

Meiner Sprachlosigkeit hinsichtlich der fantastischen visuellen Umsetzung zum Trotz, versuche ich immerhin zu verschriftlichen, welch ein farbenprächtiges Wunderwerk mit COCO erschaffen wurde.

Pixar ist es gelungen, einen tollen Kontrast beider Welten zu skizzieren. Die Welt der Lebenden ist in wundervolle warme Erdtöne getaucht und vorwiegend tagsüber gezeigt, während das Reich der Toten eine ewige Nacht zu sein scheint, und in kunterbunten Farben versinkt. Dennoch teilen sie wichtige Charakteristika wie Farbe, Musik und Freude – den Kern der Kultur Mexikos.

Ein absoluter Meilenstein in der Animationskunst von Pixar und mein persönliches Highlight ist die Blumenbrücke. Ohne wenn und aber. Sie verbindet die Welt der Lebenden mit dem Reich der Toten. Wow! Atemberaubend! Bestehend aus tieforangen Ringelblumenblättern, ist sie nicht nur eine absolute Augenweide, auch symbolisch ist die Brücke ein Meisterwerk. So steht die Brücke nicht nur für den Schwebezustand zwischen Leben und Tot, sondern stellt mit ihren Blüten ebenfalls die Vergänglichkeit des Lebens dar. Außerdem symbolisiert die Brücke die Verbindung zur Familie, da die Ringelblumen ein großer Bestandteil der mexikanischen Kultur und vor allem des Dia de los Muertos sind. Denn dort werden sie verstreut, um den Toten den Weg zu weisen, da die Mexikaner glauben, dass Verstorbene die Farben Orange und Gelb am besten erkennen können. Die Brücke fungiert also als Wegweiser in die Welt der Lebenden.

Regisseur Lee Unkrich (Toy Story 3) und sein Team haben es geschafft, Pixar technisch und visuell in ein neues Level zu katapultieren. Man kann sich an dem Animationswunder einfach nicht satt sehen und die Farbexplosionen reißen einen völlig in den Bann. Gegen COCO ist das Holi-Festival ein reinster Witz!

Musikalische Glanzleistung

Obwohl das Musikverbot der Ururgroßmutter Imelda eine enorme Rolle in dem Film spielt, wirkt es sich glücklicherweise nicht auf den Film selbst aus. Ganz im Gegenteil, denn COCO ist einer der musikalischsten Filme der Pixar-Geschichte. Schon das Intro zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Denn das Disney-Schloss wird nicht mit der gewohnten Titelmelodie eingeblendet, sondern wird von einer mexikanischen Version der Melodie begleitet. Einfach Zauberhaft!

Der sehr gitarrenlastige Soundtrack ist den Produzenten mindestens genau so gut gelungen wie die visuelle Umsetzung. Der Titelsong „Denk stets an mich“ (Original: „Remember me“) hat übrigens eine hundertprozentige Ohrwurmgarantie! Kein Wunder, denn er stammt vom oscargekrönten Erfolgsduo Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez („Let it go“ aus Disneys Die Eiskönigin). Hier der Titelsong des Films. Überzeugt euch selbst:

Wusstest du, dass…

COCO von den Mexikanern in den Himmel gelobt wird? Vielen Userkritiken und Berichten zufolge, sind sie begeistert von der detailgetreuen Umsetzung ihrer Kultur und der Bräuche. Selbst der Nationalhund Mexikos, ein Xoloitzcuintle (kurz Xolo), hat in Form des quirligen Hunde-Sidekicks Dante, der ein treuer Freund von Miguel ist, in COCO Platz gefunden. Laut Produzentin Darla K. Anderson hat das Pixar-Team großen Wert darauf gelegt, möglichst authentisch zu bleiben. Scheint ihnen gelungen zu sein. Aber wer hat schon etwas anderes erwartet?

Noch nie zuvor ist Pixar so tief in eine fremde Kultur eingetaucht. Es wurde eine tolle neue Welt geschaffen, auch wenn die Geschichte lange nicht so ausgetüftelt und innovativ ist, wie beispielsweise die von Alles steht Kopf. Trotz der hervorragenden bildlichen und musikalischen Umsetzung, hapert es hier und da an anderen Stellen. Die Dialoge und Charaktere könnten durchaus etwas tiefer sein. Obwohl dem Skelett Hector, ein weiterer Wegbegleiter von Miguel, ein toller, vielseitiger Charakter verpasst wurde.

Im Mittelteil des Films gab es hier und da Hänger, die mich aber dennoch nicht eine Sekunde gelangweilt haben. Außerdem hat das sehr emotionale, überragende Ende alles wieder wettgemacht. Ich muss ja zugeben, dass ich bei nahezu jedem Disney/Pixar-Streifen weinen muss, aber COCO hat mich förmlich zum Heulen gebracht. Ja, ich habe im Kino geheult. Wie ein Schlosshund! Und das hat bisher nur Toy Story 3 geschafft. Zu meinem Gefühlsausbruch trug vor allem Miguels Uroma COCO bei. Die Titelfigur, die zwar eine sehr kleine, aber bedeutsame Nebenrolle hat. Mit ihr hat nun auch Pixar eine wundervolle Granny dazugewonnen, denn Disney hat sie schon längst (Mulan, Pocahontas, Vaiana etc.).

Fazit

Mit COCO – Lebendiger als das Leben! hat Pixar ein Animationsmeistwerk geschaffen, das mit Farbenpracht, Detailverliebtheit und einem hitverdächtigem Soundtrack glänzt. Trotz der kleinen Schwächen, die sich durch den Film ziehen, ist COCO einer der besten Filme, die Pixar je produziert hat! Ich vergebe viereinhalb Mickey Mäuse.

Wirst du den Film auch im Kino gucken? Hat dir die Filmkritik gefallen? Lass mich deine Gedanken und Anregungen unter diesem Beitrag in einem Kommentar wissen. Ich freue mich darauf.

Magische Grüße,

S.

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Filmkritik: Cars 3 – Evolution

Firmenchef und Genie John Lasseter (alias Pixar-Gott) hat 2006 mit Cars und dem Protagonisten Lightning McQueen eine Figur geschaffen, die längst nicht mehr aus dem Disney-Pixar-Universum wegzudenken ist. Ganz im Gegenteil – neben Woody, Rémy und Nemo ist er fester Bestandteil unserer Filmabende mit Pizza, Popcorn, Eis und allem, was zu einem echten Pixar-Abend dazu gehört.

Hintergrund

Lightning McQueen ist ein leicht überhebliches Rennauto, das im ersten Teil in dem Kaff Radiator Springs auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Mit Witz, seinem Naturtalent auf der Piste und nicht zuletzt wegen seines absolut coolen Aussehens, erobert er in Windeseile die Herzen kleiner Jungen. Wer denkt, die Eiskönigin sei der absolute Spitzenreiter in Sachen Merchandise, hat noch nicht all die roten Regale in sämtlichen Disney Stores gesehen. Vom klassischen Spielzeug über Kleidung bis zur Bettwäsche – es gibt nichts, das McQueen und die legendäre Nummer 95 nicht ziert. War also zu erwarten, dass es mindestens ein Sequel geben wird. 2011 kam dann, erneut unter Regie von John Lasseter, Cars 2 in die Kinos. Diesmal ist McQueen Teil einer Agentenstory – eine eher ernüchternde und wenig sinnvolle Fortsetzung. Umso gespannter war ich auf Cars 3: Evolution, der am 28. September 2017 in die Kinos kommt.

cars-3_beachEins sei gesagt – schon die Eröffnungsszene ließ mich strahlen! Nach kurzer Überlegung, ob ich im richtigen Film sitze und nicht etwa bei einem weiteren der niemals enden wollenden Fortsetzungen von Fast And The Furious, hat mich der Anfang des Films direkt gecatcht. ;)

Lightning McQueen ist nun 10 Jahre nach seinem ersten Rennen ein in die Jahre gekommener Flitzer. Besonders die jungen, schnittigen Konkurrenten machen ihm bewusst, dass er an sich und seinen Trainingsmethoden arbeiten muss, um mit ihnen mithalten zu können. Besonders Jackson Storm, der neue Stern am Rennfahrerhimmel, lässt ihn auf der Piste alt aussehen. Aber mit Hilfe seiner neuen Rust-eze-Trainerin Cruz Ramirez versucht er sowohl hochmoderne als auch altbewehrte Trainingsmethoden, um seine jungen Mitstreiter abzuhängen. Denn sollte er es nicht schaffen beim International Super Speedway in Florida zu gewinnen, muss er nicht nur seine Pole-Position im Rennsport abgeben, sondern wird – fast noch schlimmer – ausschließlich als Werbegesicht für Rostschutzmittel und anderen Schnickschnack enden…

Kritik

Zurück zu den Wurzeln – zurück zu Cars! Der dritte Teil der Erfolgsreihe knüpft an den Anfängen des beliebten roten Flitzers an und lässt den zweiten Teil vollkommen außen vor. Zu Recht! Es stehen – wie beim Klassiker – Freundschaft, Ehrgeiz und die Leidenschaft zum Rennsport im Vordergrund. Natürlich, der Plot ist ein alter Schuh – ein in die Jahre gekommener Sportler will es noch mal wissen und kehrt zurück ins Rampenlicht (siehe z. B. Rocky Balboa). Nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte. Aber Pixar wäre nicht Pixar, wenn sie nicht etwas Wundervolles daraus zaubern würden.

Zugegeben, es hat hier und da ein wenig an Witz gefehlt. Und auch der Mittelteil des Films hat sich etwas gezogen und hätte zweifelsohne etwas spannender gestaltet werden können. Aber das tut dem Film kaum einen Abbruch.

Nicht nur die tollen Charaktere tragen dazu bei, dass der Film wirklich sehenswert geworden ist. Lightning McQueens innerer Kampf, ob er seine Leidenschaft an den Nagel hängen oder doch noch mal seinen Kampfgeist wecken sollte, ist schon wieder so menschlich, wie man Autos eben nur vermenschlichen kann. ;) Vor allem aber hat das Cars-Universum mit Cruz Ramirez einen tollen und liebenswerten Charakter dazugewonnen.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass die Landschaften mal wieder sagenhaft umgesetzt wurden. Wow! Wirklich! Es ist faszinierend wie photorealistisch dieser Teil umgesetzt wurde. Ein dreifaches Hoch auf die fortgeschrittene Technik und die einwandfreie Umsecars-3_crashtzung von Pixar. (Was allerdings auch kein Wunder ist, bei einem Produktionsbudget von 175 Millonen Dollar). Allein dafür lohnt es sich schon, Cars 3 zu gucken.

Fazit

Mit Cars 3: Evolution ist Brian Fee ein hervorragendes Regiedebüt gelungen. Er ist den goldrichtigen Weg gegangen, die Finger von der Agentenstory zu lassen und stattdessen Lightning McQueen und die Autorennen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Er hat es geschafft, dem dritten Teil den Charme des Klassikers zurückzugeben. Cars 3 ist mit Abstand der reifste Teil der Trilogie und dennoch ein Film sowohl für die ganz kleinen als auch die erwachsenen Cars-Fans

Und ja, auch bei diesem Film habe ich es geschafft am Ende ein paar Tränen zu verdrücken. Natürlich! Aber was soll ich sagen – Pixar halt. ;)

Auch wenn der Film ein paar Ecken und Kanten hat, die ihn sicherlich nicht perfekt machen und er auch gewiss kein detailliertes Meisterwerk wie Toy Story (1995), Ratatouille (2007) oder Alles steht Kopf (2015) ist, ist er eine sehr gelungene Fortsetzung, die von mir in jedem Fall dreieinhalb von fünf Mickeys verdient. Yaaay!

3-5

Schaut ihn euch an, lasst euch von dem neuen Tempo in den Sog ziehen und lasst mich vor allem wissen, wie ihr ihn findet. :)

Liebst,

S.

 

Filmkritik: Die Schöne und das Biest

Zückt die Taschentücher, mes chères Mademoiselles, es wird tränenreich… Ja, ich bin extrem nah am Wasser gebaut aber wessen Auge bei diesem Film trocken bleibt, der muss ein Herz aus Stein haben oder aber „selbstsüchtig, verwöhnt und unfreundlich“ sein. ;)

Die Schöne und das Biest war seit jeher mein liebster Disney-Film. Schon mit 4 Jahren konnte ich den gesamten Prolog aufsagen. Nagut, den kompletten restlichen Film konnte ich ebenfalls mitsprechen (ich verbrachte den Großteil meiner Kindheit draußen im Grünen – wirklich – ich hatte scheinbar einfach nur schon damals ein sehr gutes Disney-Gedächtnis). :) Ich war im Kino entsprechend aufgeregt wie ein kleines Kind und hätte am Liebsten mit meinen Mickey-Ohren und meinem Prinzessinnen-Popcorn-Eimer neben all den professionellen Filmkritikern gesessen. Ich habe es bleiben lassen, aber nur, weil ich diesmal meinen Mann mitnehmen durfte und es ihm vermutlich peinlicher gewesen wäre als jedem anderen im Saal. Er muss doch schon immer so viel Disney ertragen! batb_gallery-image_6_9e14e8a6Meine Erwartungshaltung zum Werk von Regisseur Bill Condon war hoch. Enorm. Gigantisch! Wird mein liebster Lieblingsfilm verhunzt? Wird er mein neuer liebster Lieblingsfilm? Doch schon mit der Eröffnungsszene im Dorf war es um mich geschehen! Ich steckte mittendrin im Trubel auf dem Marktplatz und fand mich erst wieder in der Realität zurück, als sich die Vorhänge der Kinoleinwand schlossen. Nicht nur die Kulissen und Schauplätze haben mich fasziniert, auch die Kostüme und nicht zuletzt die schauspielerische Leistung aller Figuren. Ganz besonders glücklich hat mich jedoch gemacht, dass sämtliche Lieder des Klassikers auch in der Neuverfilmung Platz gefunden haben. Als Sahnehäubchen verzaubern einen sogar noch zwei neue Lieder, selbstverständlich ebenfalls wieder von dem Genie Alan Menken komponiert.

Neben all dem wundervollen Gesang und Getanze (es ist eben ein echter Disney) haben vor allem die Nebencharaktere für ordentlich Stimmung gesorgt. Was habe ich über Gaston und LeFou gelacht! Aber auch Tassilo, Lumière und Von Unruh sind herrlich gelungene Sidekicks, die man liebend gern als Mitbewohner in seinen eigenen vier Wänden begrüßen würde. Es war ein ständiges auf und ab der Gefühle. Weinen hier, lachen da… Emotionschaos! batb_gallery-image_15_4a473c1fNatürlich gab es auch hier wieder – wie bei der Neuverfilmung von Cinderella und Das Dschungelbuch – kleine inhaltliche Abänderungen. Aber diese konnte ich als Liebhaber des Klassikers zweifelsohne verkraften. Außerdem finde ich, das leicht abgeänderte Inhalte den Film umso spannender machen. Es gibt jedoch zwei Szenen, welche mir schon immer sehr am Herzen lagen, die mich bei der Neuverfilmung  leider überhaupt nicht überzeugen konnten bzw. schlichtweg gefehlt haben. (Wer es noch nicht wissen möchte, sollte den restlichen Absatz überspringen.) Zum einen saß Belle bei der Eröffnungsszene im Dorf nicht wie gewohnt auf dem Brunnen umgeben von den Schafen (buuuh) und zum anderen wurde ihr die Bibliothek von dem Biest ganz schön herzlos geschenkt. Diese Szene ging in meinen Augen vollkommen unter (buhuuu). Tragisch, wenn es eine der liebsten Szenen aller Disneyfilme ist.batb_gallery-image_16_6565b36cWie schon einführend geschrieben, bin ich dennoch ein absoluter Fan des hervorragend animierten Films. Er ist einfach fantastisch! Das Resümee meines Mannes lautete übrigens „Der Film hat mir krass Spaß gemacht!“ Dem schließe ich mich an. Ich vergebe viereinhalb von fünf Mickey Mäusen. (Am liebsten würde ich fünf vergeben, wenn da nicht diese zwei Szenen wären…)
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Schaut ihn euch an, werdet verzaubert von all der Schönheit und überzeugt euch selbst.

À bientôt

S.

Filmkritik: Arlo & Spot

Was wäre, wenn die Dinosaurier nicht ausgestorben wären, sondern heute gemeinsam mit den Menschen die Erde bevölkern würden? Eine eher weniger wissenschaftliche aber dafür unterhaltsame Idee liefert Pixar mit dem neuen Animationsfilm „Arlo & Spot“. Ich hatte das vergnügen noch vor Release den Film schauen zu dürfen, um euch nun eine Filmkritik à la Sharielle liefern zu können.

Arlo ist ein sehr ängstlicher Apatosaurus, der mit seiner Familie auf einer familienbetriebenen Farm lebt. In Pixars Version der Neuzeit, sind die Dinosaurier nämlich die dominante, sprechende Spezies, die fortschrittlich leben. Arlo muss sich als jüngstes Mitglied seinen Platz in der Familie verdienen, jedoch gestaltet sich dies, als ein zu klein geratener und furchtbar ängstlicher Dinosaurier, gar nicht so leicht. In Folge eines dramatischen Unfalls wird Arlo von einem reißenden Fluss weggetrieben. Irgendwo im Nirgendwo angespült, macht er sich auf den Weg Richtung Heimat. Doch schnell bemerkt er, dass er gar nicht so allein ist. Das kleine Menschenkind Spot begleitet Arlo auf Schritt und Tritt. Zunächst genervt von Spot, gewöhnt Arlo sich schnell an sein neues „Hündchen“. Gemeinsam mit seinem Wegbegleiter begibt er sich durch so einige gefährliche Abenteuer, um endlich wieder nach Hause zu kommen.

Schon seit eh und je bin ich von Pixars Künsten Wasser zu animieren begeistert. Bei Arlo & Spot hat sich Pixar jedoch selbst übertroffen. Nicht nur das Wasser wirkt erschreckend real, auch die gesamte Natur ist atemberaubend umgesetzt. Allein wegen der Animationskünste lohnt es sich diesen Film zu schauen.

Wer jedoch einen innovativen und für Pixar so typisch tiefgründigen Plot erwartet, wird vermutlich ein Stück weit enttäuscht. All die Kreativität und die ausgeklügelten Verkettungen der Geschehnisse wie in dem Meisterwerk Alles steht Kopf, fehlen bei Arlo & Spot gänzlich. Es wird eine niedliche und unterhaltsame Geschichte erzählt, wie Arlo seine Angst überwindet und sich erstmals alleine durchschlagen muss, jedoch kann man immer wieder Parallelen zu bisherigen Disney- und Pixar-Filmen erkennen. Die abenteuerliche und gefährliche Reise, auf welcher Freunde und Wegbegleiter kommen und gehen, erinnert stark an Findet Nemo. Eine Gruppe Flugsaurier gleicht wiederum enorm den unberechenbaren Hyänen vom Zeichentrickklassiker Der König der Löwen. Auch ansonsten ist der Plot eher vorhersehbar und bereits mehrfach aufgegriffen worden.

Dennoch ist die Reise von Arlo wirklich gut erzählt und äußerst unterhaltsam. Besonders der kleine Höhlenmensch Spot bringt den Kinobesucher mit seiner draufgängerischen Art immer wieder zum Lachen. Ich war zu keiner Sekunde gelangweilt und habe mich immer wieder beim Grinsen erwischt. An emotionalen Momenten fehlt es ebenso wenig.

Pixar hat mit Filmen wie Toy Story, Monster AG und Alles steht Kopf die Messlatte extrem hoch gesetzt, welcher Arlo & Spot einfach nicht gerecht werden kann. Dennoch möchte ich betonen, dass mit Arlo & Spot ein qualitativ hochwertiger Film geschaffen wurde, den es sich definitiv zu schauen lohnt. Er ist nicht nur unterhaltsam und wirklich lustig, er ist zudem visuell unglaublich beeindruckend. Auch wenn Arlo & Spot für Pixar-Verhältnisse eher mittelmäßig erscheint, können sich manch andere Animationsstudios eine Scheibe von solch einem super Film abschneiden.

Ich vergebe für Arlo & Spot 3 Mickey Mäuse.

Überzeugt euch ab 26. November 2015 einfach selbst von Disney-Pixars Arlo & Spot und lasst mich wissen, wie ihr ihn fandet.

Viel Spaß!

S.

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Filmkritik: Inside Out – Alles steht Kopf

Pixar ist zurück! Mit dem 15. Pixar-Film „Alles steht Kopf“ beweist Regisseur Pete Docter erneut sein Händchen für Humor, für herzergreifende Plots und nicht zuletzt für innovative und noch nie da gewesene Ideen. Bereits in Filmen wie „Toy Story“, „Monster AG“, „Wall-E“ und „Oben“ stellte er seine Kreativität unter Beweis. „Alles steht Kopf“ reiht sich nun in die Meisterwerke des kreativen Kopfes ein.

„Alles steht Kopf“ handelt von dem 11-jährigen Mädchen Riley, das mit ihren Eltern auf Grund eines Jobwechsels ihres Papas vom ländlichen Minnesota an die Westküste nach San Francisco zieht. Sie wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, lässt Freunde und ihr Eishockey-Team hinter sich und muss sich nun in einer Großstadt zurechtfinden. Dass die Gefühlswelt eines jungen Mädchens darunter leidet ist vorprogrammiert. Überwog bei Riley als Kind noch die Freude, herrscht nun ein absolutes Gefühlschaos in ihrem Innern.

Die Gefühlswelt wird in einer Art Kommandozentrale von den fünf Gefühlskobolden und Hauptcharakteren Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel gesteuert. Kapitän der Kommandobrücke ist Freude, die nahezu durchgängig für gute Laune des Mädchens sorgt. Nicht nur die Änderungen in Rileys Leben sorgen dafür, dass immer häufiger die eher negativen Gefühle an den Schaltknüppel gelangen. Auch der Umstand, dass Freude und Kummer auf Grund eines Missgeschicks aus der Kommandozentrale verschwinden, trägt dazu bei, dass die Emotionen der kleinen Riley vollkommen aus dem Ruder geraten.

Umso wichtiger ist es, dass die quirlige und immer tänzelnde Freude mit Hilfe ihrer dauerhaft traurigen aber dennoch urkomischen Wegbegleiterin Kummer auf schnellstem Wege zurück in die Kommandozentrale gelangt, um das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen. Freude und Kummer erkunden während ihrer gefährlichen Reise durch die unendlichen Labyrinthe des Langzeitgedächtnisses ebenfalls das Unterbewusstsein, das Fantasieland, den Friedhof der Erinnerungen, die Verliese der tiefsten Ängste und ihre Traumfabrik. Auf der Suche nach dem Weg zurück in die Zentrale begegnen sie außerdem Rileys bereits längst vergessenen imaginären Freund Bing Bong, welcher sich als mehr oder weniger hilfreicher Wegbegleiter für die beiden herausstellt.

Auf dem Weg durch die fantastische und kunterbunte Gedankenwelt der Elfjährigen, welche in etwa ein Drittel des Films ausmacht, wird einem bewusst, dass Pete Docter mit „Alles steht Kopf“ wieder einmal einen Kinderfilm für Erwachsene geschaffen hat. Er führt die Zuschauer durch eine unfassbar komplexe Welt, welche selbst einen Gedankenzug, Tagträume, Ohrwürmer und Déjà-vus beinhaltet. Erinnerungen werden in Form von bunten Kugeln dargestellt, endlose Regalreihen dienen zur Speicherung der Erinnerungen ins Langzeitgedächtnis und Röhrensysteme transportieren all diese Erinnerungen.

Es ist mir unbegreiflich, wie es einem derart gut gelingen kann, etwas so abstraktes wie die Gedanken- und Gefühlswelt eines Kindes zu visualisieren und dabei mit so viel Humor auszustatten, dass selbst der zweifelndste Kinobesucher – behaupte ich – lachen muss. Ich selbst habe selten bei einem Pixar oder Disney-Film so sehr und vor allem laut lachen müssen! Meine armen Sitznachbarn…

Anfangs war ich noch etwas genervt von Kummer und ihrer unbeholfenen und sehr trägen Art und vor allem davon, dass sie Dinge tut, die ihr zum Wohle Rileys strengsten untersagt sind. Im Laufe des Films stellt sich das blaue Wesen jedoch als heimlicher Star heraus, der komischer und liebevoller kaum sein könnte. Was mich leider ebenfalls etwas ungeduldig gemacht hat, sind die etlichen Male, die Freude und Kummer scheitern, um in die Kommandozentrale zurück zu gelangen. Man hätte den Film durchaus um den einen oder anderen Versuch reduzieren können.

Letztlich finde ich trotz der kleinen Mängel, dass „Alles steht Kopf“ ein grandioses und einzigartiges Meisterwerk ist! Vor allem die Charaktere der Gefühlskobolde überzeugen mit Lebendigkeit, Witz und Persönlichkeit und bringen die Zuschauer vor lauter Einfallsreichtum zum Staunen. Nicht nur Jung wird auf Grund der so farbenprächtigen Bilder und der Vielzahl einzigartiger Figuren angesprochen. Besonders für „Alt“ wurde ein Film geschaffen, der mit ausgetüfteltem Humor und den so unglaublich visualisierten Zusammenhängen der Psyche überzeugen kann. Und am Ende lernen wir alle, dass für ein seelisches Gleichgewicht neben der geliebten Freude eben auch Kummer, Angst, Wut und Ekel bestehen müssen. Und ohne die so anstrengenden Gefühle wäre doch die Freude gar nichts wert!

Auch wenn ich auf Grund des Disney-Bluts, das durch meine Venen fließt, befangen und vermutlich nicht in der Lage bin, den Film zu 100 % objektiv zu beurteilen, hoffe ich, dass sich meine Kritik mit eurer Meinung deckt. Lasst mich wissen, was ihr von dem Film haltet. Ich jedenfalls vergebe fünf von fünf Mickeys für diesen hervorragenden Film!5

Und Übrigens: Der Pixar-Kurzfilm „Lava“, welcher vor dem Hauptfilm gespielt wird, ist ebenfalls ein kleines Meisterwerk – aber das ist wortwörtlich eine andere Geschichte.

Habt ganz viel Freude… oder Kummer… oder was auch immer bei „Alles steht Kopf“! :)

S.

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